Zwangspsychiater reden und keiner hört zu

Erstellt am 15.05.2012 von Winston Smith

Zwangsbehandlung - Schluß damit!

Am 14.5.2012 fand im Stuttgarter Sozialministerium eine sogenannte „Expertenanhörung“ zum Thema Zwangsbandlung in der Psychiatrie statt. Dazu hatte das Ministerium neben Verfechtern der Zwangspsychiatrie wie Tilman Steinert vom ZfP Südwürttemberg auch ausgewählte Journalisten geladen. Psychiatriekritiker vom Werner-Fuß-Zentrum befürchteten eine Pro-Zwangsbehandlung Propagandaveranstaltung für die Medien. Doch es sollte anders kommen.

Anstatt dem erwarteten großen Presserummel erschien nur eine einzige, freie Journalistin, die in letzter Minute von dieser Veranstaltung erfahren hatte. Außerdem erschien als Bürgerjournalist der Betreiber des antipsychiatrischen Blogs Psychiatrienogo. Doch die Journalisten, die das Ministerium eingeladen hatte, erschienen nicht.

Statt dessen protestierten vor dem Eingang in der Schellingstraße Vertreter verschiedener Psychiatrieerfahrenenverände, sowie deren Sympathisanten gegen die Politik des Baden-Württemberger Sozialministeriums. Der Protest richtete sich unter anderem gegen die Politik des Ministeriums, kritische Psychiatrieerfahrenenverbände von den Gremien zum neuen Landespsychiatriegesetz auszuschließen. In diesen Gremien arbeiten Vertreter der Psychiatrie und deren Peripherie, sowie Abgesandte des psychiatrienahen Vereins Landesverband Psychiatrieerfahrene Baden-Württemberg (LVPE BW) an dem neuen Landespsychiatriegesetz für Baden-Württemberg, welches voraussichtlich 2013 kommen soll. Die Kritiker befürchten, daß die grün-rote Landesregierung zusammen mit der Psychiatrielobby die psychiatrische Zwangsbehandlung legalisieren will, nachdem im letzten Jahr das Bundesverfassungsgericht den §8 des Baden-Württemberger Unterbringungsgesetzes für verfassungswidrig und nichtig erklärt hatte.

Psychiatrische Zwangsbehandlung ist FolterDie Demonstrierenden machten mittels Banner auf ihre Forderungen aufmerksam. „Gewaltfreie Psychiatrie jetzt!“ und „Zwangsbehandlung – Schluß damit!“. Auf verschiedenen Schildern zeigten die Aktivisten, was sie von psychiatrischer Zwangsbehandlung hielten. „Psychiatrische Zwangsbehandlung ist Folter“, „Sozialministerium duldet Menschenrechtsverletzungen“ und „Psychiatrische Zwangsbehandlung ist verfassungswidrig“ waren darauf zu lesen. Letzteres ist ein Hinweis auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 23.3.2011 (Aktenzeichen 2 BvR 882/09), in dem psychiatrische Zwangsbehandlung für verfassungswidrig erklärt wurde. Währen draußen Psychiatrieerfahrene mit Sprüchen wie „Gewalt ist nie eine Lösung“ herumliefen, predigte Psychiater Tilman Steinert drinnen, man müße gewaltsam gegen die angeblich so gefährlichen „psychisch Kranken“ vorgehen. Offensichtlich sind es Psychiater wie er, die hier Gewaltfantasien haben und nicht die Psychiatrieerfahrenen.

Psychiatrie-Lobbyist Rainer Höflacher, der im Gebäude ebenfalls einen Vortrag hielt, wusste auch gleich den politischen Protest vor der Türe zu pathologisieren. Die Demonstrierenden seien Traumatisierte, die ihrerseits psychische Gewalt ausüben würden, so Höflacher.

Mehr Informationen zum Thema:

Zwangspsychiatrie.de: Zwangsbehandlung illegal

2 seitige Tischvorlage für die Unterarbeitsgruppe

Radio Dreyeckland: Debatte um Zwangsbehandlung in Baden-Württemberg

Die Gewaltfantasien der DGPPN

Tilman Steinert und das Bundesseuchengesetz

Zwischen Selbstbestimmung und Schutz: Anhörung der Grünen im Landtag Baden-Württemberg

Ein Plädoyer für Zwang und Gewalt

Rechtsanwalt Schneider-Addae-Mensah kommentiert den Zwangsmedikationsbeschluß

Dr. Volkmar Aderhold über Neuroleptika

Warum psychiatrische Zwangsbehandlung Folter ist

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