Wie Menschen in der Psychiatrie zu Gemüse therapiert werden

Broccoli

In ihrem Blog berichtet Ursula Prem vom Schicksal von Waldemar V., der nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit seiner Frau im BKH Bayreuth einsaß und sich schließlich das Leben nahm. In einem verzweifelten Brief an seine Mutter beschreibt er die Zustände in dieser Einrichtung:

Hier im Krankenhaus werden die Menschen und ihr Wille gebrochen. Aus den Menschen werden hier Pflanzen gemacht, ihnen werden starke Medikamente jahrelang verabreicht. Glaub mir, glaub mir bitte.

Waldemar V. bekam das Neuroleptikum Zyprexa. Neuroleptika sind persönlichkeitsverändernde Drogen, die schwere und irreversible, neurologische Dauerschäden, Gehirnschwund, Verminderung der kognitiven Fähigkeiten und entstellende Bewegungsstörungen, sogenannte Dyskinesien zur Folge haben. Verschiedene wissenschaftliche Studien haben gezeigt: Je höher die Neuroleptika-Dosis, desto höher der Verlust an Gehirnsubstanz. Am stärksten wird der Frontallappen – der Teil des Gehirns, der als Sitz der Persönlichkeit gilt – von Neuroleptika geschädigt. Als Folgen einer Schädigung des Frontallappens sind neben Aufmerksamkeits-, Konzentrationsstörungen, Verlust an Kreativität, motorischer Unruhe und vielem mehr auch ungenügende Berücksichtigung von Handlungskonsequenzen, verminderte Selbstkontrolle und erhöhte Impulsivität, sowie ungenügende Regelbeachtung und Regelverstöße bekannt – also ganau das, was die Psychiater angeblich therapieren wollen.

Damit wird das gezüchtet, was man im Jargon „Drehtür-Patienten“ nennt: Einen Stammkunden, der gleich wieder kommt, nach dem er entlassen wurde. Schlecht für die Patienten aber ein wahnsinns-Geschäft für die Psychiatrie und die angegliederte Helfer-Industrie.

Die Schweizer Psychiaterin Regina Möckli berichtet in einem Video sehr anschaulich, wie die Psychiatrie mittels Psychopharmaka aus einem Menschen ein sabberndes Häufchen Elend mit dem Intelligenzquotienten eines Broccoli machen kann:

Die gehen da rein, dann kriegen sie diese Medikamente und dann geifern sie und wissen nicht mehr wo oben und unten ist.

In diesem desolaten Zustand sind Psychiatrie-Insassen für die Wärter leichter handhabbar. Neuroleptika, Elektroschocks, Isolationshaft und Fesselungen (euphemistisch Fixierung genannt) werden aber auch gerne als Disziplinierungsmaßnahme eingesetzt: Wer sich dem Willen der Psychiater oder der Wärter nicht fügt, muss mit einer qualvollen „Behandlung“ rechnen, von der er möglicherweise ernsthafte bleibende körperliche und geistige Schäden davonträgt. Die Einschüchterung der Insassen erfolgt dabei meist verbal oder mittels Drohgebärden. Der schockierende Anblick eines Mitinsassen, der gerade eine psychiatrische „Behandlung“ über sich ergehen lassen musste und die Gewissheit, dass einem niemand helfen wird, reicht jedoch oftmals schon als nonverbale Drohung aus, um den Rest der Insassen einzuschüchtern. Auf diese Weise wird Menschen in der Psychiatrie der Wille gebrochen. Sie werden abgerichtet wie Ratten in einer Skinner-Box.

Manchmal bearbeitet die Psychiatrie auch Menschen derart, dass sie überhaupt nicht mehr in der Lage sind, ein eigenständiges Leben zu führen. Das wird dann im ultra-zynistischen Jargon heimfähig machen genannt.

Psychiatrie-Überlebende und auch die Vereinten Nationen bezeichnen psychiatrische Zwangsbehandlung als Folter. Wozu moderne Folter dient, beschreibt Prof. Dr. med. Volker Faust auf seiner Homepage unter der Überschrift „Die Folter und ihre Folgen„:

Den Begriff Folter kennt jeder. Auch hört man immer wieder von den unterschiedlichsten Foltermethoden. Aber was man sich nur schwer konkret vorstellen kann sind die Langzeitfolgen: seelisch, körperlich, psychosozial. Und das ist das eigentliche Problem. Denn das Leben geht – wenn man es trotz Folter retten konnte – weiter, oftmals kaum weniger qualvoll wie während der Foltertortur. Denn das Ziel der „modernen“ Folter ist nicht nur das Erzwingen von Geständnissen, sondern auch die Zerstörung der Persönlichkeit, die Vernichtung der Identität. Denn dadurch verliert man jegliche Fähigkeit zum Widerstand.

Methoden, wie sie in der Psychiatrie angewendet werden, werden als sogenannte Weiße Folter bezeichnet, weil sie meistens kaum äußere Spuren hinterlassen, dafür jedoch massiv auf die Psyche des Opfers wirken.

In einem höchstrichterlichen Urteil (Aktenzeichen 2 BvR 882/09) stellte das Bundesverfassungsgericht im März 2011 fest, dass Psychopharmaka auf die Veränderung seelischer Abläufe gerichtet sind:

Ihre Verabreichung gegen den natürlichen Willen des Betroffenen berührt daher, auch unabhängig davon, ob sie mit körperlichem Zwang durchgesetzt wird, in besonderem Maße den Kern der Persönlichkeit.

Der Blog BrandZeilen berichtet vom Fall des 18-jährigen Stephan D., der erst Opfer eines Überfalls wurde und als ihn seine Angehörigen in die Psychiatrie gebracht hatten, um ihn wegen einer „posttraumatische Belastungsstörung“ behandeln zu lassen, nochmals zum Opfer wurde. Wie die Aufnahme im Asklepios Fachklinikum Teupitz verlief berichtet seine Schwester:

Schon das erste Gespräch mit der diensthabenden Ärztin kam uns sehr, sehr merkwürdig vor.

Erst fragte sie meinen Bruder, ob er Stimmen hören würde oder gewalttätig sei. Als sie ihm dann ohne einen für ihn ersichtlichen Grund Blut abnehmen lassen wollte, hatte er keinerlei Vertrauen mehr. Er machte der Ärztin unmissverständlich klar, dass er sich von ihr nicht behandeln lassen und die Klinik sofort verlassen möchte.

Was sich im Anschluß abspielte, bezeichnet die Schwester als „blanken Horror“:

Die Ärztin versperrte Stephan einfach den Weg und rief über ihr schnurloses Telefon ihre Pfleger. Im nächsten Augenblick standen etwa fünf Männer im Raum. Sie packten sich meinen Bruder und brachten ihn mit Gewalt aus dem Ärztezimmer. Ich musste tatenlos mit ansehen, wie sie ihn in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie schleppten und die schweren Türen hinter ihm ins Schloss fielen. Man hatte ihn auf die berüchtigte Station H1. gebracht.

Stephan D. wurde gewaltsam mit Faustan und Haldol vollgepumpt. Als ein Richter schließlich die Freilassung anordnete, wurden weder der Betroffene, noch dessen Angehörige über mögliche Folgen eines plötzlichen Entzugs aufgeklärt. Nach seiner Entlassung fand Stefan D., der noch immer unter dem Einfluss der starken Psychopharmaka stand, den Tod auf den Gleisen.

Die Mutter von Stefan D. erhebt schwere Vorwürfe gegen die Psychiater des Asklepios Fachklinikums Teupitz:

Skrupellose Psychiatrieärzte haben mein Kind in den Tod geschickt.

Den Tod auf den Gleisen fand auch Angelika Albrecht, nachdem sie sich im Klinikum Weinsberg in psychiatrischen Behandlung begeben hatte. Ihr wurde das Antidepressivum Cipralex und später das Neuroleptikum Seroquel verabreicht. Die persönlichkeitszerstörende Wirkung der Psychopharmaka konnte Margit Woelky an ihrer Schwester beobachten:

Das ist nur das Medikament gewesen. Also das war nicht mehr unsere Schwester. Viele, die sie besucht haben in der Klinik, Bekannte, Verwandte, die haben alle gesagt: „Oh Gott! So haben wir die Geli noch nie gesehen.“ Und dieses Medikament hat sie völlig verändert.

Auch Margit Woelky erhebt schwere Vorwürfe gegen die Psychiater, die ihre Schwester behandelt haben:

Meine Schwester ist freiwillig in die Klinik, wollte Hilfe und hat in Weinsberg nur den Tod gefunden. Also diese Medikamente haben sie praktisch in den Tod getrieben.

Nicht selten kommt es vor, dass Menschen einen Angehörigen oder Freund in guter Absicht in die Psychiatrie bringen. Dabei verkennen sie jedoch, was die Psychiatrie in Wirklichkeit ist: Eine Institution der sozialen Kontrolle, die sich als medizinische Disziplin tarnt. Diplom-Psychologe Hans Ulrich Gresch fasst dies in eine Faustformel:

Wer gegen Gesetze verstößt, kommt in den Knast. Wer stört, ohne gegen Gesetze zu verstoßen, verschwindet in der Psychiatrie. Wer stört und gegen Gesetze verstößt, wird in den Maßregelvollzug verfrachtet.

Manch einer ist dann entsetzt, wenn er sieht, was Psychiater mit ihren Familienmitgliedern oder Freunden anstellen. Aber all die hier beschriebenen Methoden der Psychiater sind, wie es im Jargon heißt lege artis, also nach Regeln der Kunst.

Alleine in Deutschland sterben jährlich Tausende in direkter Folge der zweifelhaften, psychiatrischen Behandlungsmethoden oder begehen Suizid, weil sie die schrecklichen Folgen nicht mehr ertragen können. Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE) hat deshalb den 2. Oktober zum Gedenktag der Psychiatrie-Toten erklärt.

Mehr Informationen zum Thema:

BKH Bayreuth: »Aus den Menschen werden hier Pflanzen gemacht« – in memoriam Waldemar V.

BrandZeilen: „Skrupellose Psychiatrieärzte haben mein Kind in den Tod geschickt“

Neuroleptika lassen das Gehirn in kürzester Zeit schrumpfen

UN-Hochkommissar für Menschenrechte Juan E Méndez: Psychiatrische Zwangsbehandlung ist Folter

Die forensische Psychiatrie ist irrsinnig geworden!

Margit Woelky über den Tod ihrer Schwester

Taz: Stiller Tod in der Psychiatrie

Lead-Generierung mittels nützlicher Idioten

Der Begriff Nützlicher Idiot beschreibt laut Wikipedia die Verwendung von öffentlichen Personen für Propagandazwecke, ohne dass diese sich dessen bewusst sind.

Im Dunstkreis der Psychiatrie ist dieses Phänomen häufig anzutreffen. Zum einen gibt es das zweifelhafte EX-IN Programm, bei dem Psychiatrie-Erfahrene zum Hilfspsychiater auf 400€-Basis ausgebildet werden sollen. In der Fachzeitschrift Psychiatrische Praxis berichtet Jurand Daszkowski vom Vorstand des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener über Erfahrungen mit EX-IN:

Wir finden es positiv, wenn das Erfahrungswissen von ehemaligen Psychiatriepatienten (Experten aus Erfahrung) bei der Anwendung von psychiatrischen und psychosozialen Hilfen berücksichtigt wird. Wir sind jedoch der Meinung, dass die jetzige Umsetzung der EX-IN-Bildungsmaßnahmen insgesamt wenig hilfreich ist, um Psychiatrieerfahrenen auf Dauer existenzsichernde Arbeitsplätze zu gewährleisten und noch weniger, um dadurch die Psychiatrie positiv zu verändern.

Einige sozialpsychiatrische Einrichtungen kaufen sich willfährige Erfahrene mit einer Finanzierung der Ausbildung.

Mit anderen Worten: Bei EX-IN werden ehemalige Psychiatrie-Insassen ausgebeutet. Mitmachen darf nur der, der auch die psychiatrische Lehrmeinung vertritt. Kritik wird nicht geduldet. Zu einem EX-Insassen wird jemand, der zum ersten mal in der Psychiatrie einsitzt vermutlich eher ein Vertrauensverhältnis aufbauen, wie zu einem Psychiatrer oder Wärter. Genau dieses Vertrauensverhältnis soll dann benutzt werden, um die psychiatrische Ideologie zu vermitteln. Wie Daszkowski weiter berichtet, wird auch die schiere Not mancher EX-Psychiatrieinsassen ausgenutzt:

Es gibt sogar einen EX-IN-Absolventen, der bei der Care 4 Schizophrenia-Tochter der Pharmafirma Johnson & Johnson beschäftigt ist (Partner der AOK Niedersachsen bei dem umstrittenen IV-Vertrag). Ich habe ihm, der als Patientenvertreter geführt war und in Wirklichkeit nur sich selbst vertreten hat, bei einer Tagung der BPtK gefragt, warum er bei der Pharmaindustrie arbeitet? Er hat dann ehrlich geantwortet, dass er als Mensch ohne jegliche Berufsausbildung keine Chance auf einen anderen Job gehabt hätte.

Tausende von Menschen haben angehörige durch die Psychiatrie verloren. Entweder durch direkte Wirkung fragwürdiger Behandlungsmethoden, unterlassener medizinischer Versorgung der Insassen oder aber dadurch, dass der „Patient“ sich in Folge der psychiatrischen Behandlung umgebracht hat.

Erstaunlicher Weise hinterfragen nur wenige dieser Angehörigen die Psychiatrie ersthaft. Es hagelt zwar in der Öffentlichkeit Vorwürfe, man habe den „Patienten“ falsch behandelt, dennoch glauben viele dieser Hinterbliebenen dennoch an die Existenz von psychiatrischen Krankheiten in Form eines biologischen Defekts, wie z.B. einer Stoffwechselstörung im Gehirn. Bei der Frage nach den Wirkungen- und Nebenwirkungen der Psychopharmaka kommen viele meist nicht über die Lektüre der Packungsbeilage hinaus. Einige dieser Hinterbliebenen verbreiten trotz des Verlusts ihres Angehörigen im Internet Werbung für Psychiatrie – oft ohne sich dessen bewusst zu sein – und machen sich somit zu nützlichen Idioten der Psychiatrie und Pharmaindustrie.

Die Facebook-Seite Suizid bei Jumewego wird beispielsweise von Eltern betrieben, deren Tochter sich in Folge einer psychiatrischen Behandlung in einer Wohngemeinschaft für „psychisch Kranke“ das Leben genommen hat. Diese Eltern sind zwar sehr daran interessiert, bei verschiedenen Gelegenheiten, wie z.B. psychiatriekritischen Veranstaltungen auf das Schicksal ihrer Tochter aufmerksam zu machen, dennoch glauben Sie nach wie vor fest an die psychiatrische Lehrmeinung. Auf dieser Facebook-Seite wird auch auf einen Artikel von Zeit online mit dem Titel „warum hast Du Dich umgebracht?“ verwiesen. In dem Beitrag werden verschiedene Geschichten aus sicht von Hinterbliebenen geschildert. Eingeleitet wird der Text mit dem liberal klingenden Satz

Suizid gilt heute als ein Akt der Selbstbestimmung.

Zwar werden soziale Probleme, wie z.B. Arbeitslosigkeit oder finanzielle Sorgen erwähnt, jedoch auch, dass die Menschen, die den Freitod gewählt haben, „psychisch Krank“ und manche auch in psychiatrischer oder psychotherapeutischer Behandlung gewesen wären.

Was viele nicht ahnen: Oft sind solche Texte in Medien eine subtile Form der Schleichwerbung, die von Pharmaindustrie, Psychiatrie oder sonstigen Anbietern des Psycho-Markts bezahlt werden und nicht selten als redaktioneller Beitrag getarnt sind. Das heißt: Es fehlt der rechtlich erforderliche Hinweis, dass es sich dabei um Werbung handelt. Zwar kann man ohne weiter zu recherchieren nicht ohne weiteres behaupten, dass es sich bei dem genannten Zeit-Online Beitrag um solch eine Art von Schleichwerbung handelt, allerdings dürfte jedem, der einmal im Marketing gearbeitet hat, auffallen, dass sich auf Seite 4 deutlich sichtbar ein Kasten mit Kontaktdaten zu einer Telefonseelsorge und einem Hilfsverein für Hinterbliebene befindet. Im Marketing-Jargon nennt sich so etwas Call To Action – also einer Handlungsaufforderung an den Konsumenten. Der Konsument des Mediums soll das Produkt oder die Dienstleistung kaufen, seine Kontaktdaten hinterlegen oder sich einfach nur weiter über das Produkt informieren. Im Marketing-Jargon wird dieser Vorgang auch Lead-Generierung genannt. Mit anderen Worten: Es soll ein potentieller Neukunde gewonnen werden.

Bei so manchen Menschen löst die Lektüre solcher Texte einen Pathologisierungswahn aus. Plötzlich wähnen sie bei Personen aus ihrem Umfeld, wie z.B. den eigenen Kindern, dem Ehepartner oder vielleicht dem Nachbarn Symptome zu entdecken, von denen Sie in irgend einer Zeitschrift gelesen haben. In einer Behandlungsakte der Psychiatrie Winnenden aus dem Jahre 1998 ist z.B. folgendes nachzulesen:

Hörzu

In diesem Fall hatte eine Großmutter ihren Enkel per Leihendiagnose mittels einer Fernsehzeitschrift eine Psychose attestiert und auch gleich eine Zwangsbehandlung gefordert. Klingt bizarr? Ist es durchaus nicht. Im psychiatrischen Jargon wird so etwas Fremdanamnese genannt. Das bedeutet: Der Psychiater übernimmt in seinem Gutachten ungeprüft die Angaben von Angehörigen. Wenn der vermeintliche Patient dann schon in eine Psychiatrie eingeliefert wurde, hat er kaum noch Möglichkeiten, sich zu wehren. Er gilt nun als psychisch krank. Alles, was er sagt oder tut, wird als Symptom der vermeintlichen Krankheit ausgelegt. Auch dann, wenn er sich völlig unauffällig verhält. Das wird dann als Dissimulation, also das angebliche „Wegsimulieren“ der Krankheit gewertet, was laut Prof. Dr. Johannes Schröder von der Universitätsklinik Heidelberg geradezu typisch für psychisch Kranke wäre. Hören Sie Stimmen? Nein? Dann schreibt der Psychiater „Patient negiert Stimmenhören“. Im Handumdrehen hat die Psychiatrie so mit Unterstützung von „besorgten“ Angehörigen einen Lead generiert, d.h. einen Neukunden gewonnen.

Man kann solch eine Fremdanamnese zwar gezielt als Waffe einsetzen, um unliebsamme Mitmenschen loszuwerden, allerdings können auf diese Weise Menschen, die es wirklich gut meinen dem Betroffenen ernsthaften Schaden zufügen. Wenn ein Mensch trauert, z.B. wegen Liebeskummer oder weil er einen geliebten Mitmenschen verloren hat, wegen finanzieller Sorgen verzweifelt ist oder sonstige sozialen Probleme hat, ist die Psychiatrie das letzte, was ihm hilft. Durch psychiatrische Behandlungsmethoden, wie z.B. Neuroleptika, Elektroschock oder Psychochirurgie bekommt der vorher seelisch leidende zusätzlich eine echte, möglicherweise irreversible, neurologische Störung. Durch die Behandlung treten Persönlichkeitsveränderungen ein. Zusätzlich wird der Betroffene durch die Diagnose stigmatisiert. Sein ursprüngliches Problem wird nun als wahnhafte Symptomatik seiner Krankheit gedeutet oder ganz ignoriert. Liebeskummer oder Trauer wird zur Depression, Psychose oder sonst einer beliebigen Geisteskrankheit erklärt. Auch der manchmal gut gemeinte Ratschlag „Geh doch mal zum Psychologen“ kann fatale Folgen haben. Der Betroffene redet nur noch an Wände, wenn er sagt, was ihn bedrückt. Ein formals vielleicht vorhandenes soziales Problem wird auf eine medizinisch-pseudowissenschaftliche Ebene transzendiert, wo es dann keine Lösung gibt. Durch die Pathologisierung seines Verhaltens erfährt der Betroffene zusätzliche Demütigung, was nicht selten zu weiteren sozialen Konflikten führt. Viele plappern auch in Anlehnung an Sigmund Freud den Spruch

Sowas liegt ja oft am Vater. Haben Sie schon mal mit ihrem Vater darüber geredet?

nach, ohne die Hintergründe von Freuds Theorien zu kennen. Wer sich informiert, wird bald feststellen, wie kontraproduktiv so etwas ist. Durch Zwangsbehandlung und/oder Entmündigung (im euphemistischen Neusprech auch „Betreuung“ genannt) verlieren als psychisch Krank diagnostizierte Menschen oft ihre Rechte. Meist führt die Stigmatisierung auch zur sozialen Ausgrenzung. Durch Gewalterfahrung in der Psychiatrie werden Betroffen nicht selten schwer traumatisiert. Ein Teufelskreis entsteht, an dessen Ende oft der Selbstmord des „Patienten“ steht.

Passiert das, wird seitens der Angehörigen die alleinige Schuld bei den Psychiatern oder der Pharmaindustrie gesucht. Diese waren in solchen Fällen zwar an der fatalen Behandlung Hauptbeteiligte, allerdings sollten sich die Hinterbliebenen auch selbst fragen, warum sie der psychiatrischen Werbung, wie sie allerorts anzutreffen ist, ohne zu hinterfragen vertraut haben. Wer anfängt, hier einmal zu recherchieren, wird schnell zur Erkenntnis gelangen, dass es bis heute trotz moderner Apparatemedizin keinen Beweis für die Existenz von psychiatrischen Krankheiten in Form eines biologischen Defekts gibt. Kein Blut- oder Gentest, kein Röntgenbild oder MRT kann darüber Auskunft geben, ob jemand eine psychische Krankheit hat oder nicht. Trotzdem werben Psychiater oft mit bunten Bildchen vom Gehirn, die das Gegenteil behaupten. Sollte das nicht zu denken geben? Das bedeutet allerdings nicht, das ein Mensch nicht seelisch leiden kann oder gar ein Simulant ist. Ferner sollten Sie sich auch – was für viele leider sehr unbequem ist – fragen, ob sie selbst nicht durch ihr Fehlverhalten dazu beigetragen haben, ihren Angehörigen in den Selbstmord zu treiben. Viel bequemer ist es da, beim vom der Psychiatrie angebotenen, biologischen Krankheitsmodell zu bleiben, denn für einen biologischen Defekt seines Mitmenschen kann man ja schließlich nichts.

Mehr Informationen zum Thema:

Wikipedia: Nützlicher Idiot

Psychiatrische Praxis: EX-IN-Ausbildungen: Experienced Involvement – Pro & Kontra

Suizid-bei-Jumewego

Margit Woelky über den Tod ihrer Schwester

Zeit Online: Warum hast du dich umgebracht?

Peter Gøtzsche: Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität – Die Verbrechen der Pharmaindustrie

Sind Depressive potentielle Massenmörder?

Am 24. März 2015 zerschellte ein Airbus A320 der Fluggesellschaft Germanwings auf seinem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in einem Bergmassiv in den südfranzösischen Seealpen. Alle 150 Insassen starben bei diesem Unglück.

In letzter Zeit hatte es immer wieder technische Probleme mit Airbus-Flugzeugen gegeben, die beinahe zu Katastrophen geführt hätten. So hatten im November 2014 vereiste Strömungsdrucksensoren bei einem Airbus A321 dem Bordcomputer falsche Daten geliefert, was diesen dazu veranlasste, automatisch den Sinkflug einzuleiten, um einen vermeindlichen Strömungsabriss abzufangen. Nur durch Eingreifen der Besatzung konnte die Katastrophe abgewendet werden.

Am 19. Dezember 2010 stürzte in Köln ein Airbus A319 beinahe ab, weil giftige Gase ins Cockpit eingedrungen waren und die Piloten fast bewußtlos gemacht hätten. Um die Kabine mit Frischluft zu versorgen, wird bei modernen Verkehrsflugzeugen Luft von den Triebwerken abgezweigt und ins Innere des Flugzeugs geleitet. Dies kann jedoch dazu führen, dass Öl aus den Triebwerk in die Kabinenluft gerät. Das Problem ist seit längerer Zeit bekannt.

Der Flugschreiber des Unglücksflugs 4U9525 ist noch nicht geborgen, als bekannt wird, dass der Copilot Andreas Lubitz in psychiatrischer Behandlung war. Angeblich sei er depressiv gewesen. Schnell hat sich die Boulevardpresse auf Lubitz als Verursacher der Katastrophe eingeschossen. Er habe die Maschine in suizidaler Absicht in den Berg geflogen und dabei 149 andere Menschen mit in den Tod gerissen. Dazu habe er den Piloten aus dem Cockpit ausgesperrt, als dieser auf die Toilette ging. Mögliche technische Ursachen für das Unglück rücken in den Hintergrund.

Schnell sind auch Psycho-Experten mit ihrer Kaffeesatzleserei zur Stelle. Florian Holsboer war 25 Jahre lang Chef des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München. Heute ist Holsboer Geschäftsführer der HolsboerMaschmeyer NeuroChemie GmbH, die sich der Entwicklung von Medikamente gegen Depression und Angsterkrankung verschrieben hat. In einem Interview mit der Zeitschrift Bunte spekuliert er über den Gesundheitszustand des Copiloten der Unglücksmaschine:

Das war nicht die Tat eines akut schwer depressiven Menschen, das halte ich für ausgeschlossen. Ein akut schwer depressiver Mensch braucht allein eine Stunde, um seine Uniform zuzuknöpfen. Der ist lahm gelegt – und kann nach außen unmöglich unauffällig sein. Offensichtlich ist dem Piloten überhaupt nichts aufgefallen. Das ist bei einer akuten schweren Depression nicht vorstellbar. Er kann maximal mittelgradig depressiv gewesen sein – was aber für die Tat keine Rolle gespielt hat.

Per postumer, fremdanamnetischer Ferndiagnose wagt es Holsboer dem Copiloten eine „Psychose mit Wahnideen“ zu attestieren. Der Chemiker und Psychiater, der mit seiner Firma Gentests und Biomarker für psychische Erkrankungen entwickeln will, weiß über die Willkürlichkeit psychiatrischer Diagnostik zu berichten:

Was wissen wir über Andreas L. gesichert? Er war vor sechs Jahren angeblich wegen Depressionen in Behandlung. Ob es wirklich Depressionen waren, wissen wir nicht. Diagnosen in der Psychiatrie sind beliebig, weil sie keine objektiven Laborergebnisse enthalten. Man hat kein Röntgenbild, keine Blutwerte, es sind auf verbaler Kommunikation basierende Einschätzungen. Diagnosekriterien ändern sich alle zehn Jahre. Ich halte es auch für möglich, dass es eine Gefälligkeitsdiagnose war, um dem jungen Mann nicht die Zukunft als Pilot zu verbauen. Oder es war schlicht eine Fehldiagnose. Oder wirklich eine Depression – doch jetzt muss er eben eine ganz andere psychische Störung gehabt haben.

Die Angst vor gefährlichen Irren rief sofort Politiker auf den Plan, die eine Aufweichung der ärztlichen Schweigepflicht fordern. Der CDU-Verkehrsexperte Dirk Fischer forderte eine Lockerung der Schweigepflicht für sensible Berufe. Der Rheinischen Post sagte er:

Piloten müssen zu Ärzten gehen, die vom Arbeitgeber vorgegeben werden. Diese Ärzte müssen gegenüber dem Arbeitgeber und dem Luftfahrtbundesamt von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden sein.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach meinte in der „Bild“-Zeitung, dass der Arzt verpflichtet sei, den Arbeitgeber über die Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters zu informieren. Dies gelte ganz besonders im Fall psychischer Erkrankungen und einer möglichen Selbstmordgefahr.

Dieses Klima der Angst führt nun dazu, dass Menschen, die so naiv waren, einem Psychologen oder Psychiater ihr Leid zu klagen und den Stempel Depression aufgedrückt bekamen, als potentielle Massenmörder stigmatisiert und entrechtet werden. Dabei sind psychiatrische Diagnosen – wie auch Holsboer offen zugibt – beliebig und ohne jede wissenschaftliche Grundlage. Sie sind stets ein subjektives Werturteil des untersuchenden Psychiaters über seinen Probanden.

Sind solche Psycho-Diagnosen einmal in den Akten, können sie einem Menschen lebenslang zum Nachteil werden. Lauterbach, der jetzt die Aufweichung der ärztlichen Schweigepflicht fordert, warnte in einem Interview mit der TAZ im Jahr 2010 noch:

Die Akten laufen durchs gesamte System.

So ein System würde zum Betrug einladen. Aus Abrechnungsgründen könnte zum Beispiel ein Arzt aus einer psychischen Krise eine Schizophrenie machen. Je kränker der Patient ist, umso mehr kann der Arzt abrechnen.

Während es für sogenannte psychische Krankheiten keine wissenschafliche Grundlagen gibt, deuten zahlreiche wissenschaftliche Studien auf erhöhtes Suizidrisiko durch Antidepressiva hin. Das Arznei-Telegramm berichtete bereits im Jahr 2005, dass sogenannte selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Paroxetin (SEROXAT u.a.) Selbsttötungstendenzen verstärken könnten. SSRI würden im Vergleich zu Plazebo die Häufigkeit von Ängstlichkeit und Aggressivität – Eigenschaften, die die Suizidneigung fördern können – verdoppeln. In den USA sind 47 Fälle von Flugzeugabstürzen dokumentiert, bei denen der Pilot unter dem Einfluss von Antidepressiva stand.

Mehr Informationen zum Thema:

Bunte: Airbus-Absturz – „Er muss eine Psychose gehabt haben“

Psychiatriekritik: Florian Holsboer über Andreas Lubitz – Das Mirakel psychiatrischer Diagnostik

aerzteblatt.de: Germanwings-Pilot – Ärzte attestierten weder Suizidalität noch Fremdaggressivität

Zeit online: Wer depressiv ist, will anderen kein Leid antun

Ärztezeitung: Politiker fordern Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht

FAZ: Flug 4U9525 Germanwings-Absturz entfacht Diskussion um Schweigepflicht

Gefährliche Glückspillen

Arznei-Telegramm: Antidepressiva – Lebensgefährliche Placebos?

Pilots Crashing on Antidepressants: A (Not So) Brief History

Etwas ist faul im Staate Dänemark

Peter GøtzschePeter Gøtzsche, Direktor des renomierten Nordic Cochrane Center und Autor des Buchs „Deadly Medicines and Organised Crime: How Big Pharma Has Corrupted Health Care“ hat es geschafft, in unserem Nachbarland Dänemark einen veritablen Shitstorm gegen die Psychiatrie loszutreten. In einem Zeitraum von zwei Wochen gab es dort 640 negative Berichte in den Medien zum Thema Psychiatrie. Das sind sage und schreibe durchschnittlich 45 Berichte am Tag!

Gøtzsche bezeichnet die Psychiatrie als den korruptesten Bereich der Medizin. Medikamente seien die dritthäufigste Todesursache in der westlichen Welt nach Herzinfarkt und Krebs. Der Grund dafür sei, daß das Geschäftsmodell der Pharmaindustrie organisierte Krimminalität sei. Aber die Pharmaindustrie würde weit mehr Geld stehlen und mehr Menschen umbringen, als dies die Mafia je könnte.

Olga Runciman meint, dies hätte die Psychiatrie in Dänemark in eine echte Krise gestürzt. Sie fragt sich, ob dadurch in Dänemark ein Wendepunkt erreicht sei, der zu einem Zusammenbruch der Psychiatrie, wie wir sie kennen führen könnte. Auf Facebook schrieb sie dazu folgendes:

collapse of psychiatry in Denmark

Das Faß hat Gøtzsche aufgemacht, als er in einer landesweiten dänischen Tageszeitung einen Artikel mit dem Titel „Psychiatrie auf Abwegen“ veröffentlichte. Darin zerlegt er die 10 populärsten Psychiatrie-Mythen:

  • Mythos 1: Psychische Krankheiten werden durch ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn verursacht
    Den meisten psychiatrischen Patienten wird das erzält. Aber das ist falsch. Psychiater haben keine Ahnung, ob oder wie psychosoziale Ursachen, biochemische Vorgänge, Rezeptoren usw. das verursachen, was sie als psychische Krankheit bezeichnen. Tatsächlich erzeugen Psychiater aber durch ihre zweifelhaften Behandlungsmethoden Stoffwechselstörungen im Gehirn, die vorher nicht da waren und denen der Körper versucht entgegenzuwirken.
    Das bedeutet, daß es einem zunächst schlechter geht, wenn man versucht, die Psychopharmaka abzusetzen. Einem Alkoholiker geht es zunächst auch schlechter, wenn er aufhört zu trinken. Aber das bedeutet nicht, daß er einen Alkoholmangel hatte, als er anfing zu trinken.
    Ferner schädigen die überwiegende Mehrheit der Psychiater ihre Patienten dadurch, daß sie ihnen erzählen, die Absetzsymtome seien ein Zeichen ihrer Krankheit, weshalb sie weiter Psychopharmaka brauchen würden. Auf diese Weise erzeugen Psychiater auch aus denjenigen Menschen chronische Patienten, die ohne Psychopharmaka besser dran wären. Dies ist einer der Hauptgründe, warum die Zahl der psychisch Kranken steigt, die nicht wieder zurück in den Arbeitsmarkt finden. Das liegt an den Psychopharmaka und nicht an der Krankheit.

  • Mythos 2: Es stellt kein Problem dar, Antidepresiva abzusetzen
    Auch bei Versuchen, bei denen Antidepressiva gegen Panikstörungen und Platzangst eingesetzt wurde, hatten die Probanden Probleme beim Absetzen, obwohl sie langsam ausschlichen. Dies kann nicht daran liegen, daß die Depression zurück kam, denn die Probanden hatten keine Depressionen. Die Absetzsymptome kommen von den Antidepressiva und nicht von der Krankheit.

  • Mythos 3: Psychisch Kranke brauchen ihre Psychopharmaka wie Diabetiker ihr Insulin
    Viele Patienten mit den Diagnosen Depression oder Schizophrenie haben diese Lüge immer und immer wieder im wie ein Mantra im Fernsehen, im Radio oder in Zeitungen gehört. Wenn man einem Diabetiker Insulin verabreicht, dann verabreicht man ihm etwas, was in seinem Körper fehlt – nämlich Insulin. Weil Psychiater nie in der Lage waren, zu zeigen daß Menschen mit psychiatrischen Diagnosen etwas fehlt, was Menschen ohne psychiatrische Diagnosen nicht fehlt, ist dies eine unpassende Analogie.

  • Mythos 4: Durch Psychopharmaka gibt es weniger chronisch psychisch Kranke
    Dies ist wahrscheinlich der schlimmste Mythos von allen. Der amerikanische Wissenschaftsjournalist Robert Whitaker hat in seinem Buch “Anatomy of an Epidemic” überzeugend dargelegt, daß durch steigende Verwendung von Psychopharmaka nicht nur die Patienten in der Rolle des Kranken stecken bleiben, sondern auch viele Probleme, die von alleine verschwinden würden, zu chronischen Krankheiten gemacht werden.
    Wenn am Mythos der Insulin-Analogie irgend etwas dran wäre, dann würden wir erwarten, weniger Patienten zu sehen, die nicht für sich selbst sorgen können. Trotzdem ist das Gegenteil der Fall. Der eindeutigste Beweis hierfür ist gleichzeitig der tragischste, nämlich das Schicksal unserer Kinder, nachdem wir angefangen haben, ihnen Psychopharmaka zu verabreichen.
    In den USA erhalten mehr Psychiater Gelder von der Pharmaindustrie, als Ärzte irgend einer anderen Fachrichtung und diejenigen, die am meisten Geld nehmen, neigen dazu, Kindern am häufigsten Neuroleptika zu verschreiben. Dies läßt den Verdacht aufkommen, daß hier das akademische Urteilsvermögen korrumpiert wurde.
    Die Folgen sind verheerend. Im Jahr 1987, kurz bevor die neueren Antidepresiva (SSRIs oder Glückspillen) auf den Markt kamen, galten nur sehr wenig Kinder in den USA psychisch behindert. Zwanzig Jahre später waren es über 500000. Die Zahl der psychisch Behinderten ist in allen westlichen Ländern angestiegen. Eine der schlimmsten Konsequenzen ist, daß die Behandlung mit ADHS-Medikamenten und Glückspillen bei etwa 10% der Behandelten ein ganz neues Krankheitsbild erzeugt hat – die sogenannte Bipolare Störung, früher bekannt als manisch-depressiv.
    Führende Psychiater haben behauptet, daß es „sehr selten“ vorkomme, daß Patienten, die Antidepressiva nehmen, bipolar werden. Das ist nicht wahr.
    Die Zahl der als bipolar diagnostizierten Kinder hat in den USA um das 35-fache zugenommen, was eine ernsthafte Entwicklung darstellt, da Psychiater dieses Krankheitsbild mit Neuroleptika behandeln. Neuroleptika sind sehr gefährliche Drogen und einer der Hauptgründe, warum Menschen mit der Diagnose Schizophrenie eine um 20 Jahre verkürzte Lebenserwartung haben. Gøtzsche schätzt in seinem Buch „Deadly Medicine and Organized Crime“, daß allein Zyprexa (Olanzapin), nur eines der vielen Präperate, weltweit 200000 Menschen getötet hat.

  • Mythos 5: Glückspillen lösen keine Suizide bei Kindern und Jugendlichen aus
    Manche Professoren sind bereit, einzugestehen daß Glückspillen das Auftreten von suizidalem Verhalten erhöhen, während sie leugnen, daß dies zu mehr Suiziden führ, obwohl der Zusammenhang sehr gut dokumentiert ist. Der geschäftsführende Vorstand von Lundbeck Ulf Wiinberg ging 2011 in einer Radiosendung sogar soweit zu behaupten, Glückspillen würden Suizide bei Kinder und Jugendlichen verringern. Als der verblüffte Reporter ihn dann fragte, warum dann in den Packungsbeilagen entsprechende Warnhinweise enthalten sind, entgegnete er, daß er davon ausgeht, daß diese von den Behörden geändert werden würde!
    Es gab auch Berichte über Suizide von gesunden Personen, die von Glückspillen ausgelöst wurden. Doch Pharmafirmen und Psychiater machen beharrlich die Krankheit dafür verantwortlich, wenn Patienten Selbstmord begehen. Es ist wahr, daß Depressionen das Suizidrisiko erhöhen, aber Glückspillen tun dies noch mehr, zumindest bis zum Alter von etwa 40, wie eine von der amerikanischen Food and Drug Administration durchgeführte, randomisierte Metastudie mit 100000 Patienten ergeben hat.

  • Mythos 6: Glückspillen haben keine Nebenwirkungen
    Gøtzsche kritisierte 2008 bei einer internationalen psychiatrischen Veranstaltung Psychiater dafür, daß sie viele gesunde Menschen auf Depression untersuchen wollten. Die Tests der vorgeschlagenen Vorsorgeuntersuchung sind so dürftig, daß einer von drei gesunden Menschen fälschlicherweise als depressiv diagnostiziert würde. Ein Professor meinte dazu, daß es nichts ausmacht, wenn gesunde Menschen mit Glückspillen behandelt würden, da diese keine Nebenwirkungen hätten!
    Glückspillen haben viele Nebenwirkungen. Sie entfernen sowohl positive, als auch negative Gefühle, was sich Berichten von Patienten zur Folge anfühlen würde, wie unter einer Käseglocke zu leben. Patienten scheren sich weniger um die Konsequenzen ihrer Handlungen, verlieren ihre Empathie gegenüber anderen und können sehr aggressiv werden. Bei Schulmassakern in den USA und anderswo stand eine auffallend hohe Anzahl der Menschen unter Antidepressiva.
    Die Pharmaindustrie erzählt uns, daß nur 5% sexuelle Probleme von Glückspillen bekommen, aber das ist nicht wahr.
    In einer Studie, die dazu entwickelt wurde, dieses Problem zu untersuchen, entwickelten 59% der 1022 Patienten, die zuvor alle ein normales Sexualleben hatten, sexuelle Störungen. Die Symptome beinhalteten verminderte Libido, verzögerter oder kein Orgasmus oder Samenerguß und Erektionsstörung, alle sehr häufig und mit einer niedrigen Toleranz bei 40% der Patienten. Glückspillen sollten deshalb nicht als Mittel gegen Depressionen vermarktet werden, wo der Effekt eher gering ist, sondern als Pillen, die einem das Sexualleben zerstören.

  • Mythos 7: Glückspillen machen nicht süchtig
    Natürlich sind sie es und das ist auch kein Wunder, denn sie sind chemisch ähnlich und wirken wie Amphetamine. Glückspillen sind eine Art Betäubungsmittel auf Rezept. Das blödeste Argument warum Glückspillen nicht abhängig machen sollen ist, daß die Patienten ja keine höheren Dosen bräuchten. Sollten wir also glauben, daß Zigaretten nicht süchtig machen? Die überwiegende Mehrheit der Raucher konsumiert über Jahre die selbe Menge Zigaretten am Tag.

  • Mythos 8: Das Auftreten von Depressionen hat sich stark erhöht
    Bei einer Fernsehsendung argumentierte ein Professor, daß der hohe Konsum von Glückspillen kein Problem darstelle, da ja das Auftreten von Depressionen in den letzen 50 Jahren dramatisch angestiegen wäre. Gøtzsche antwortete ihm, dies sei nicht aussagekräftig, da die Kriterien, diese Diagnose zu stellen in diesem Zeitraum deutlich gesenkt wurden.
    Wenn man Elefanten in Afrika zählen möchte, dann senkt man nicht die Kriterien dafür, was einen Elefanten ausmacht und zählt dann all die Gnus mit.

  • Mythos 9: Es wird nicht zu viel, sondern zu wenig behandelt
    Auch hier leiden die führenden Psychiater komplett unter Realitätsverlust. In einer Umfrage aus dem Jahr 2007 gaven 51% der 108 befragten Psychiater an, daß sie zu viel Medikamente verordnen würden, nur 4% sagten, es wären zu wenig. Von 2001 bis 2003 erhielt 20% der amerikanischen Bevölkerung zwischen 18 und 54 Jahren eine Behandlung wegen emotionaler Probleme und der Verkauf von Glückspillen in Dänemark ist so hoch, daß dort jeder für 6 Jahre seines lebens damit behandelt werden könnte. Das ist krank.

  • Mythos 10: Neuroleptika beugen Gehirnschäden vor
    Manche Professoren sagen, Schizophrenie würde Hirnschäden verursachen und deshalb sei es wichtig, Neuroleptika einzusetzen. Allerdings führen Neuroleptika zu Hirnschrumpfung und dieser Effekt steht in direktem Zusammenhang mit der Dosis und de Dauer der Behandlung. Es gibt andere, gute Beweise dafür, anzunehmen daß Neuroleptika so wenig wie möglich eingesetzt werden sollten und die Patienten auf Dauer so besser dran wären. Tatsächlich könnte jemand komplett darauf verzichten, Neuroleptika bei Patienten mit der Diagnose Schizophrenie einzusetzen, was die Chance gesund zu werden und auch die Lebenserwartung erhöhen würde, weil Neuroleptika viele Patienten töten.

Gøtzsche meint, unsere Bürger wären viel besser dran, wenn wir alle Psychopharmaka vom Markt nehmen würden, weil Ärzte unfähig sind mit ihnen umzugehen. Es wäre unvermeidlich, dass ihre Verfügbarkeit mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

Mehr Informationen zum Thema:

davidhealy.org: Psychiatry Gone Astray

Es behandeln die Falschen: „Psychiatrie in der Irre“ – Professor Gøtzsche

Mad in America: Deadly Medicines and Organised Crime – How Big Pharma Has Corrupted Health Care

DxSummit.org: Far from Rotten in the State of Denmark

Tödliche Medizin und organisierte Krimminalität

Psychiatrie: Die endgültige Bankrotterklärung einer Pseudowissenschaft?

Gefährliche Glückspillen

Mord, Suizid, Raub: Die Doku „Gefährliche Glückspillen“ zeigt anhand von Einzelschicksalen die eschütternden Nebenwirkungen gängiger Antidepressiva auf.

Mehr Informationen zum Thema:

Das Erste: Gefährliche Glückspillen

Die Welt: Die mörderischen Nebenwirkungen von Glückspillen

Die Zeit: Wider die Glückspille!

Arznei-Telegramm: Antidepressiva – Lebensgefährliche Placebos?

Deutsches Ärzteblatt: Antidepressiva – Erhöhtes Suizidrisiko bei Kindern und Jugendlichen

Robert Whitaker: Anatomie einer globalen Epidemie

Schlagmann vs Kernberg

Diplom-Psychologe Klaus Schlagmann kritisiert Otto F. Kernberg. Er wirft ihm vor, unter dem Deckmantel der Psychotherapie puren Sadismus zu verkaufen. So trägt Kernberg beispielsweise vor einem Fachpublikum vor, er würde gerne seine Patienten aus dem Fenster seines Büros im 80. Stock werfen und dann auf ein leises „Plop“ warten. Einen Mann, der als Kind seine gesamte Familie im KZ verloren hatte, vergleicht er mit einem KZ-Kommandanten. Bei einer Patientin, die als Kind sexuell von ihrem Vater mißbraucht wurde, attestiert Kernberg einen „sexuell erregenden Triumpf über ihre Mutter“ und fordert von ihr, sie müsse „ihre Schuld tollerieren“.

Mehr Informationen zum Thema:

http://www.oedipus-online.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_F._Kernberg
Psychiatrie und Ethik: Krankenkassen finanzieren Lobbyarbeit für Kinderschänder
Der Widerruf der Mißbrauchstheorie („Verführungstheorie“) durch Sigmund Freud

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