BRD bietet Mutter eines Psychiatrietoten 20000€ an

Grab von Holger ZIm Rahmen einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die BRD der Mutter eines Psychiatrietoten 20000€ Entschädigung als Vergleich angeboten. Damit will die BRD erreichen, daß die Beschwerde gemäß Artikel 37 Abs. 1 c der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) aus dem Register gestrichen wird. Der 28-jährige Insasse des von Diakonie und Caritas gemeinsam betriebenen Ökumenischen Hainich-Klinikums in Mühlhausen Holger Z war Ende Februar 2011 stranguliert in seiner Zelle aufgefunden worden. Zuvor hatte er eine jahrelange Zwangsbehandlung mit persönlichkeitsverändernden Neuroleptika über sich ergehen lassen müssen.

Die Bundesregierung merkt in einer Stellungnahme an, daß Zwangsbehandlungen keinesfalls in einem rechtsfreien Raum geschehen, sondern grundsätzlich dem Anwendungsbereich des Artikel 3 EMRK unterfallen würden. Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention verbietet Folter oder unmenschliche oder erniedrigende Strafe oder Behandlung. Als Beleg für die Rechtsauslegung zitiert die Bundesregierung mehrere Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, unter anderem ein Urteil, bei dem es um die zwangsweise Verabreichung von Brechmittel ging. In diesem Fall wurde ein Verdächtiger von vier Polizisten festgehalten, worauf hin ihm ein Arzt über die Nase eine Salzlösung und ein Mittel mit Brechwurzel sowie ein Morphium-haltiges Medikament einflöste, um zu erreichen daß dieser einen Beutel mit Kokain ausspucken möge. Die Richter des EGMR urteilten, der Einsatz der Nasensonde sei „mit an Brutalität grenzender Gewalt“ erfolgt und „sicher schmerzhaft und Angst einflößend“ gewesen. Die BRD-Behörden hätten die körperliche Unversehrtheit des Klägers in schwerwiegender Weise verletzt. Es habe sich um eine „unmenschliche oder herabwürdigende Behandlung“ gehandelt.

Im Falle des Brechmitteleinsatzes wurde ein Verdächtiger einmalig einer Zwangsbehandlung unterzogen. Holger Z musste aber wie viele Leidensgenossen auch über Jahre eine Zwangsbehandlung mit Substanzen über sich ergehen lassen, von denen bekannt ist, daß sie schwerwiegende körperliche und psychische Langzeitschäden hinterlassen. Neuroleptika führen unter anderem zu Neurodegeneration, Verminderung von neurokognitiven Fähigkeiten und unheilbaren Bewegungsstörungen, sogenannten Dyskinesien. Weigert sich ein Insasse einer Psychiatrie oder Forensik diese Drogen in Form von Tabletten einzunehmen, wird er von mehreren Personen gewaltsam an ein Bett gefesselt, so daß ihm zwangsweise Spritzen verabreicht werden können. In psychiatrischen Jargon wird dieser Vorgang „Fixierung“ genannt.

Die Mutter von Holger Z hat angekündigt, das Angebot der Bundesregierung abzulehnen und auf eine Entscheidung des EGMR zu bestehen. Das Schicksal ihres Sohnes sei kein Einzelfall. Es müsse eine Grundsatzentscheidung geben, die die BRD endlich zwingt, derartige Menschenrechtsverletzungen in der Psychiatrie zu unterbinden.

Psychiatrische Zwangsbehandlung ist FolterPsychiatrieerfahrenenverbände wie der Bundesverband Psychiatrieerfahrener (BPE) und die Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrieerfahrener (die BPE) kämpfen seit Jahren gegen psychiatrische Zwangsbehandlung, die sie als Folter bezeichnen. Die Verbände fordern eine Abschafung psychiatrischer Sondergesetze.

Auch der Sonderberichterstatter über Folter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Juan E Méndez sieht dies so. In der 22. Sitzung des “Human Rights Council” am 4. März 2013 erklärte er Zwangsbehandlung in der Psychiatrie zu Folter, bzw. grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung. Er forderte, dass alle Staaten ein absolutes Verbot aller medizinischen nicht einvernehmlichen bzw. Zwangsbehandlungen verhängen sollten, einschließlich nicht-einvernehmlicher Psychochirurgie, Elektroschocks und Verabreichung bewusstseinsverändernder Drogen, sowohl in lang- wie kurzfristiger Anwendung.

Mehr Informationen zum Thema:

Der Tod von Holger Z – Rechtsanwalt David Schneider-Addae-Mensah klagt an

Thüringer Allgemeine: Ermittlungen nach Tod im Maßregelvollzug Mühlhausen

Zwangsmedikation bis in den Tod

Dr. Volkmar Aderhold über Neuroleptika

UN-Hochkommissar für Menschenrechte Juan E Méndez: Psychiatrische Zwangsbehandlung ist Folter

Antipsychiatrieverlag: Psychiatrisch-behandlungsbedingter Suizid

WAZ: Gedenken an Psychiatrie-Tote

MDR berichtet verzerrt über den Tod von Holger Z

ÖhkAm Donnerstag, den 17.3.2011 berichtete der staatliche Fernsehsender MDR in der Sendung „dabei ab 2“ über den Tod von Holger Z. im Ökumenischen Hainich Klinikum. Holger Z. wurde dort Ende Februar stranguliert in seiner Zelle aufgefunden. Angeblich hätte die Obduktion keinerlei Hinweise auf Fremdverschulden ergeben. Es sei ein Selbstmord gewesen. Doch die Mutter und ihr Anwalt haben Zweifel an dieser Theorie. Was der MDR in seinem Bericht verschweigt: Holger Z. war vor seinem Tod durch eine schwere Schulterverletzung, wegen der er kurz zuvor operiert wurde, stark eingeschränkt. In diesem Zustand dürfte es äußerst schwierig fallen, sich selbst zu strangulieren. Was ebenfalls nicht erwähnt wird, ist die Tatsache, daß Holger Z. nicht der einzige Todesfall im ÖHK in der letzten Zeit war. Es gab in der Vergangenheit eine ganze Reihe von Todesfällen. In Insiderkreisen ist schon vom „Todestrakt von Mühlhausen“ die Rede.

Der Grund, weshalb Holger Z. in der Forensik in Mühlhausen einsaß, war seine Amokfahrt von 1. April 2005. Damals lieferte er sich in einem gestohlenen LKW mit der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd. Die Polizei forderte damals einen anderen LKW-Fahrer dazu auf, sein Fahrzeug quer zu stellen, um damit die Straße zu blockieren. Bei dieser Aktion kam der Fahrer des LKWs ums Leben, als Holger Z. in dessen Fahrzeug rammte. In dem Bericht wird zwar auch richtig erwähnt, daß Holger Z. zuvor in psychiatrischer Behandlung war, es wird aber nicht erwähnt, daß er am Tag des tödlichen Unfalls derart mit Psychopharmaka vollgepumpt war, daß er nicht mehr Herr seiner Sinne war.

Der MDR behauptet, Holger Z. sei zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes verurteilt worden. Dies entspricht nicht den Tatsachen. Erstens war der Tod des LKW-Fahrers kein Mord, weil kein Vorsatz erkennbar war, zweitens wurde damals vom Gericht ausdrücklich die Schuldunfähigkeit von Holger Z. zum Zeitpunkt des Unfalls festgestellt, da er zu diesem Zeitpunkt unter starken Psychopharmaka stand. In diesem Zustand wäre niemand mehr verkehrstüchtig gewesen.

Damals wurde außerdem festgestellt, daß die Polizisten, die den Lastwagenfahrer aufgefordert haben, sich mit seinem Fahrzeug Holger Z. in die Quere zu stellen, eine erhebliche Mitschuld an dem tödlichen Unfall hatten.

Staatanwalt Dirk GermerodtStaatsanwalt Dirk Germerodt kommt in diesem Bericht auch zu Wort. Er behauptet, die Mutter von Holger Z. , die zusammen mit ihrem Anwalt Strafanzeige gegen 14 Personen, darunter Psychiater und Wärter des ÖHK gestellt hat, in der Anzeige behaupten würde, ihr Sohn sei deswegen stranguliert worden, weil er seine Medikamente nicht eingenommen habe. Dies ist aber nicht der Fall. Die Anschuldigungen der Mutter und des Anwalts beziehen sich, wie Germerodt auch erwähnt, auf die Behandlung von Holger Z. im ÖHK. Dort wurden ihm unter anderem starke Neuroleptika – also die selben psychiatrischen Drogen, die damals zu dem tödlichen Unfall geführt haben – mehrfach zwangsweise verabreicht.

Der MDR verschweigt aber, daß die Mutter von Holger Z. lange vor seinem Tod zusammen mit ihrem Rechtsanwalt bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen Nötigung und gefährlicher Körperverletzung gegen das ÖHK erstattet hatte. Obwohl die behaupteten Übergriffe gegen Holger Z. in den Akten des ÖHK dokumentiert wurden und es auch entsprechende Zeugenaussagen, wie z.B. die des Seelsorgers gab, stellte die Staatsanwaltschaft damals die Ermittlungen gegen das ÖHK ein. Außerdem wurde die Mutter darauf hingewiesen, daß falsche Anschuldigungen strafbar wären. Mit anderen Worten: Die Staatsanwaltschaft hat weggeschaut. Von dieser Staatsanwaltschaft jetzt ergebnisoffene Ermittlungen im Todesfall Holger Z. zu erwarten wäre naiv.

Cornelia HartmannCornelia Hartmann, Reporterin des MDR berichtet von Gutachten, nach denen Holger Z. geheilt oder zumindest therapiert werden können hätte. Aber die Mutter wäre dagegen gewesen, daß ihr Sohn Psychopharmaka einnimmt. An dieser Stelle hätte Frau Hartmann wohl etwas besser recherchieren sollen. Bei den Psychopharmaka, die Holger Z. verabreicht bekommen hat, handelt es sich unter anderem um Neuroleptika wie Haldol, Fluanxol und Ciatyl Z Acuphase. Hierbei handelt es sich um hochpotente Neuroleptika mit schweren Nebenwirkungen, wie z.B. unheilbare Bewegungsstörungen (sogenannte Dyskinesien), Krämpfen, Parkinsonoid, epileptischen Anfällen, Depressionen, Akathisie (krankhafter Bewegungsdrang), Verwirrtheitszusänden, Suizidgedanken und Neurodegeneration. Diese Stoffe haben eine persönlichkeitszerstörende Wirkung, wie auch das OLG Hamm festgestellt hat (OLG Hamm, 3 U 50/81). Aus der psychiatrischen Fachliteratur und zahlreichen Studien ist dies schon seit langem bekannt. Auch Psychiater wie z.B. Dr. Volkmar Aderhold oder Dr. Peter Breggin warnen seit Jahren vor den verheerenden Folgen dieser psychiatrischen Drogen.

Einiger dieser durch Neuroleptika verursachten Symptome wurden auch von mehreren Zeugen, unter anderem dem Seelsorger bei Holger Z. beobachtet. Auch in den Akten des ÖHK werden verschiedener solcher Symptome beschrieben, zu gleich aber als Symptome seiner angeblichen Geisteskrankheit um gedeutet.

Aber der MDR-Bericht versucht diesen Sachverhalt so zu verdrehen, daß es aussieht, als ob eine psychisch verwirrte Mutter ihren Sohn davon abgehalten habe, daß er heilsame Medikamente einnimmt. Davon kann nicht die Rede sein. Neuroleptika können nicht heilen. Sie können bestenfalls lähmen und gefügig machen. Das wird auch jeder halbwegs seriöse Psychiater bestätigen.

Laut psychiatrischer Lehrmeinung haben sogenannte psychische Krankheiten ihre Ursachen in biologischen Defekten, wie z.B. Stoffwechselstörungen im Gehirn (Stichwort „Dopaminhypothese“), anatomischen Anomalien im Gehirn oder Gendefekten. Nach unserem Wissensstand gab es bei Holger Z. keinerlei Befunde, die auf solche biologischen Defekte hingedeutet haben. Die „Feststellung“ einer Psychose bei Holger Zierd bleibt also eine rein subjektive Beurteilung seitens der Psychiater.

Die körperlichen und psychischen Symptome, die in den Gutachten beschrieben sind und auch durch Zeugenaussagen bestätigt wurden, passen ziemlich genau auf das, was in der psychiatrischen Fachliteratur als Wirkung der verabreichten Medikamente beschrieben ist. In einem der zahlreichen Gutachten des ÖHK ist sogar davon die Rede, daß man Herrn Z. nicht entlassen könne, weil er auf Grund der starken Nebenwirkungen der verabreichten Neuroleptika nicht fahrtüchtig wäre und auf Grund dessen wieder einen Unfall bauen könne, falls er sich ans Steuer eines Fahrzeugs setzen würde. Damit wird die angebliche Gefährlichkeit begründet.

Frau Hartmann sagt auch, daß die Anschuldigungen, die die Mutter von Holger Z. und ihr Anwalt vorbringen, wie z.B. daß Herr Z so lange in Isolationshaft gehalten wurde, bis er „freiwillig“ einer Neuroleptikabehandlung zustimmt, nicht unbedingt wahr sein müssten. Aber genau das ist auch in den Akten des ÖHK dokumentiert. Ebenso hat die Mutter mehrere Briefe von ihrem Sohn bekommen, in denen er davon berichtet. Diese Unterlagen dürfte auch Frau Hartmann gesehen haben.

Weil im Zusammenhang mit der Behandlung von Holger Z. vom Folter die Rede ist: Folter fängt nicht erst bei der Streckbank an. Moderne Folterer greifen da eher zu subtileren Methoden, wie z.B. der „sensorischen Deprivation“ (dem Entzug von Sinnesreizen) oder eben zur pharmakologischen Folter mittels psychotroper Substanzen. Auch über die Auswirkungen dieser modernen Foltermethoden gibt es reichlich wissenschaftliche Literatur.

Natürlich sollten auch unserer Meinung nach Straftäter vor Gericht gestellt werden und im Falle einer Verurteilung auch bestraft werden. Es ist auch verständlich, daß die Angehörigen des bei dem damaligen Unfall getöteten LKW-Fahrers ein gewisses Verlangen nach Rache haben. Aber es darf auf keinen Fall sein, daß durch ein Etikett „psychisch Krank“ einem Menschen sämtliche Menschenrechte entzogen werden. Es kann auch nicht angehen, daß im Deutschland des 21. Jahrhunderts Zustände wie in Abu Graib herrschen.

In dem Bericht wird immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt, Holger Z. sei ein „psychisch kranker Straftäter“ gewesen. Was wäre wenn man nur „Straftäter“ statt „psychisch kranker Straftäter“ gesagt hätte? Wurde das Reizwort „psychisch krank“ hier absichtlich verwendet, um den Zuschauer zu manipulieren? Wäre die Art, wie man Holger Z behandelt hat für die Redaktion des MDR auch vertretbar gewesen, wenn er kein „psychisch kranker“, sondern nur ein „normaler Straftäter“ gewesen wäre? Alles in allem hinterlässt dieser Fernsehbericht den Eindruck, als ob hier wieder absichtlich das Klischee des „gefährlichen Psychopathen“ geschürt werden soll.

Mehr Informationen zum Thema:

MDR: Ermittlungen nach Todesfall in Maßregelvollzug
Dr. Volkmar Aderhold über Neuroleptika
Josef Zehentbauer: Oft unheilbare Dauerschäden durch Neuroleptika
Dr. Volkmar Aderhold über das Verhältnis von Psychiatrie und Pharmaindustrie
Zwangsmedikation bis in den Tod
Ärzte als Überzeugungstäter – die tägliche Folter im ÖHK
Warum psychiatrische Zwangsbehandlung Folter ist
Wikipedia Artikel zum Thema Weiße Folter
Prof. Dr. med. Volker Faust: Die Folter und ihre Folgen

Zwangsmedikation bis in den Tod

öhk

Todesserie im ÖHK Mühlhausen – Anwalt spricht von Mord

Mühlhausen/Kehl, 02.03.2011. Eine Reihe von Todesfällen trat in den vergangenen Monaten in der Forensik des Ökumenischen Hainich Klinikums in Mühlhausen auf. Offiziell lautet die Begründung, sofern es überhaupt eine gibt, auf Suizid. Doch dahinter verbergen sich Tragödien von jahrelanger Demütigung, körperlicher und psychischer Mißhandlung und Isolierung.

Danny S. (21) hatte sich im Januar 2010 in der Forensik des ÖHK das Leben genommen, nachdem er jahrelang von verschiedenen Psychoärzten mit Psychopharmaka vollgepumpt worden war, von denen nicht nur die psychotische Wirkung sondern auch zahlreiche lebenszerstörende Nebenwirkungen bekannt sind, namentlich schwere Depressionen und damit eine erhöhte Suizidgefahr. Dannys Mutter Petra S. hat Ärzte und Pflegepersonal angezeigt. Das Verfahren liegt derzeit bei der Thüringer Generalstaatsanwaltschaft.

Ähnlich erging es Holger Z. (28), der am 27.02.2011 im ÖHK stranguliert aufgefunden worden war. Er war jahrelang unter Druck gesetzt, immer wieder isoliert, körperlich schwer mißhandelt und zwangsgespritzt worden, ohne einen nennenswerten Anlaß hierzu, wie Zeugen bestätigen. Zudem wurde ihm monatelang der Kontakt zu seinen nächsten Bezugspersonen, v.a. zu seiner Mutter, verwehrt. „Diese psychische und physische Folter trieb ihn in den Tod“, sagt sein ehemaliger Verteidiger David Schneider-Addae-Mensah, der auch Petra S. vertritt. Holger Z. hat sich am 27.02.2011 im ÖHK erhängt.

Der Menschenrechtsanwalt aus Straßburg betreut mehrere Fälle in deutschen Psychiatrien und weiß wovon er spricht. „Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs, denn vielen mißhandelten Insassen gelingt der Suizid im Hochsicherheitstrakt gar nicht“ sagt der Anwalt. „Wer einmal in die Fänge deutscher Psychiatrien gelangt ist, wird konsequent zu Grunde gerichtet. Er wird meist solange mit Psychopharmaka vollgepumpt, bis er entweder verrückt oder gebrochen ist.“

Hinter den Psychiatrien steckt eine starke Interessenlobby: Mediziner und Pharmazeuten, die von Therapieplätzen und Medikamentenverkauf ein erträgliches Einkommen haben. „Grausamen Mord aus Habgier“ wirft Rechtsanwalt Schneider-Addae-Mensah diesen Überzeugungstätern vor, die zumeist von der Länder-Justiz gedeckt werden. Hier hat Deutschland in Sachen Menschenrechtsschutz noch vor seiner eigenen Tür zu kehren, so der Anwalt. Er hat nunmehr Anzeige wegen Mordes gegen zwei Ärzte des ÖHK, mehrere Pfleger und zwei Richter erstattet (Anlage).

Für weitere Informationen gerne unter: 0176-22785835
Email: addaeme@gmx.de

Weitere Informationen zum Thema:

Psychiatrisch-behandlungsbedingter Suizid

Wie eine Mutter mundtot gemacht werden soll

Holger Z. sitzt nun mehr seit über 5 Jahren in der psychiatrischen Anstalt „Ökumenisches Hainich Klinikum“ in Mühlhausen/Thüringen ein. Als Legitimation hierfür wird angeführt, er habe unter dem Einfluß von Psychodrogen, die er zwangsweise verabreicht bekommen hat, einen Mann überfahren, der sich ihm in den Weg stellte und diesen dabei tödlich verletzt.

Die Mutter ist äußerst besorgt, weil ihr Sohn weiterhin zwangsweise mit Neuroleptika „behandelt“ wird. Dies belegen auch entsprechende Aktenvermerke und Zeugenaussagen. Neuroleptika verursachen schwere körperliche und psychische Langzeitschäden, wie z.B. Neurodegeneration (krankhafter Abbau von Nervenzellen), Parkinson (die sogenannte „Schüttellähmung“), Dyskinesie (entstellende Bewegungsstörungen und Krämpfe), Akathisie (quälende innere Unruhe), Diabetes usw., was auch in einschlägiger Fachliteratur beschrieben ist.

Als Grund, weshalb Holger Z. weiterhin in der psychiatrischen Einrichtung festgehalten und zwangsbehandelt werden müsse, gibt diese in den Akten an, daß falls man das nicht tun würde, Herr Z. wieder Auto fahren würde und auf Grund der „Nebenwirkungen“ der Neuroleptikamedikation dabei Dritte gefährden könne.

Nach deutschem Recht ist jede medizinische Behandlung gegen den Willen des Patienten gefährliche Körperverletzung nach § 224 StGB. Ferner hat die Bundesrepublik Deutschland am 1. Oktober 1990 das „Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe“ (oder kurz UN-Antifolterkonvention) ratifiziert und sich damit völkerrechtlich bindend verpflichtet, eventuelle Verstöße zu verfolgen und zu bestrafen.

In Artikel 1 dieser Konvention heißt es:

Laut Artikel 1 bezeichnet Folter „jede Handlung, durch die einer Person vorsätzlich große körperliche oder seelische Schmerzen oder Leiden zugefügt werden, zum Beispiel um von ihr oder einem Dritten eine Aussage oder ein Geständnis zu erlangen, um sie für eine tatsächlich oder mutmaßlich von ihr oder einem Dritten begangene Tat zu bestrafen oder um sie oder einen Dritten einzuschüchtern oder zu nötigen, oder aus einem anderen, auf irgendeiner Art von Diskriminierung beruhenden Grund, wenn diese Schmerzen oder Leiden von einem Angehörigen des öffentlichen Dienstes oder einer anderen in amtlicher Eigenschaft handelnden Person, auf deren Veranlassung oder mit deren ausdrücklichem oder stillschweigendem Einverständnis verursacht werden. Der Ausdruck umfasst nicht Schmerzen oder Leiden, die sich lediglich aus gesetzlich zulässigen Sanktionen ergeben, dazu gehören oder damit verbunden sind.“

Das bedeutet im Klartext: Was auch immer der Grund für die Inhaftierung von Holger Z. gewesen sein mag: Ihm darf von seinen Wärtern kein physisches oder psychisches Leid zugefügt werden. Erst recht kann es in einem Rechtsstaat nicht angehen, daß die Justiz in solch einem Fall tatenlos zusieht.

Nach Intervention des Rechtsanwalts von Herrn Z., Herr David Schneider-Addae-Mensah habe man seitens der psychiatrischen Einrichtung zwar vorübergehend daraf verzichtet, Herrn Z. unter Anwendung direkter physischer Gewaltanwendung psychiatrische Drogen zu verabreichen. Dafür habe man Herrn Z. aber so lange in Isolationshaft gesteckt, bis er bereit gewesen wäre, diese Drogen „freiwillig“ einzunehmen. Das würde ihr Sohn in einem Brief berichten, sagt die Mutter verzweifelt.

Die Auswirkungen von Isolationshaft und dem Entzug von Sinnesreizen – im Jargon „sensorische Deprivation“ genannt, sind nicht erst seit Guantánamo bekannt. Es ist eine jahrhundertealte Methode, um Menschen den Willen zu brechen. Solche Methoden, die keine sichtbaren Spuren hinterlassen, werden zur sogenannten „weißen Folter“ gezählt. Länger andauernde sensorische Deprivation kann zu Persönlichkeitsveränderungen, psychischen Schäden, Störungen des Hunger-Sättigungs-Gefühls, verstärkter Suggestibilität, zu Schlafstörungen und zu Schwierigkeiten im Kontakt mit anderen Menschen führen.

Weil aber die Justiz in diesem Fall wegschaut und auch der Rechtsanwalt von Herrn Z., Herr David Schneider-Addae-Mensah, in einer Presseerklärung von diversen Schikanen gegen ihn berichtet, sieht die Mutter des Betroffenen Rosel Z. keine andere Möglichkeit mehr, als an die Öffentlichkeit zu gehen und die Zustände in dieser Einrichtung auf ihrem Blog bekannt zu machen. Sie beruft sich dabei auf Briefe ihres Sohnes, persönliche Beobachtungen, Berge von Akten und Zeugenaussagen.

Daß das dieser Einrichtung nicht gefällt, war abzusehen. Jetzt versucht diese, Frau Z. durch Drohungen ihres Rechtsanwalts Herrn Ruhkamp aus Eisenach mundtot zu machen. Frau Z. solle eine Unterlassungserklärung unterschreiben, in der sie sich verpflichten soll, es in Zukunft zu unterlassen, auf ihrem Blog zu schreiben, ihr Sohn Holger würde isoliert und gefoltert. Sie soll sich auch dazu verpflichten, zukünftig darüber zu schweigen, in welchem gebrechlichen Zustand sich ihr Sohn auf Grund der verabreichten Drogen befindet. Im Fall der Zuwiderhandlung soll Frau Z. 500 € Vertragsstrafe zahlen und ihr wird mit Strafanzeige wegen „Verleumdung und übler Nachrede“ gedroht. Außerdem soll Frau Z. dem Vertreter der psychiatrischen Einrichtung Auslagen und Geschäftsgebühren für einen Gegenstandswert bezahlen, der von ihm auf 4000 € beziffert wird.

Der Anwalt der Einrichtung behauptet auch, die Persönlichkeitsrechte von Holger Z. seien dadurch verletzt, daß seine Mutter diverse Unterlagen, welche die Übergriffe gegen ihn dokumentieren, im Internet veröffentlicht. Die Mutter beteuert aber, sie habe die Einverständnis ihres Sohnes.
So weit bekannt ist, hat Holger Z. Rechtsanwalt Ruhkamp auch kein Mandat erteilt, eventuelle Verletzungen seiner Persönlichkeitsrechte geltend zu machen. Vielmehr vertritt Ruhkamp die psychiatrische Einrichtung, in der Holger Z. einsitzt. Und diese will jetzt wie es scheint mit allen Mitteln verhindern, daß an die Öffentlichkeit kommt, was hinter den Mauern des Ökumenischen Hainich Klinikums passiert.

Mehr Informationen zum Thema:

Igelin Blog

UN-Antifolterkonvention

Folter

Sensorische Deprivation

Isolationshaft – Im Netz der Justiz

Neuroleptika

International Association Against Psychiatric Assault (IAAPA)

Zwangspsychiatrie

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