In der Gutachterfalle

Eine Horrorvorstellung: Ein psychiatrisches Gutachten wird erstellt. Ergebnis: Man muß für unbestimmte Zeit in eine forensische Klinik. Kann mir nicht passieren? Das dachte auch Ilona Haselbauer. Sie und andere Betroffene berichten über ihre Erfahrungen.

Der Kriminologe Dr Michael Alex untersuchte die Begutachtung in 121 Fällen:

In 85% unserer Fälle lagen die Gutachter mit ihrer Prognose falsch. Wenn ich mir unsere Untersuchung angucke, dann ist der Münzwurf sicherer – der hat immerhin eine fifty-fifty Chance.

Durch fragwürdige Gutachten werden Menschenleben zerstört. Der SWR fragt: Wer kontrolliert die Gutachter? Denn falsche Gutachten seien nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.

Mehr Informationen zum Thema:

SWR: Wenn die Justiz am Ende ist . In der Gutachterfalle

Deutsches Ärzteblatt: Medizinische Gutachten- Nicht selten geben Gerichte Tendenz vor

Wie mittels forensisch-psychiatrischer Gutachten der Rechtsstaat untergraben wird

Psycho-Gutachter im Kreuzfeuer der Kritik

Evidenzbasierte Psychiatrie – ein Oxymoron

Urteil: Begleitperson oder Tonaufzeichnungen bei psychologischer Begutachtung gestattet

Der Fließbandgutachter

Dass psychologische und psychiatrische Gutachten pseudowissenschaftlicher Humbug sind, ist mittlerweile einer breiten Öffentlichkeit bewusst. Doch ein psychologischer Gutachter, der sich nun in Salzburg vor Gericht wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Falschaussage verantworten muss toppt alles. Egon B. soll im Rahmen von Sorgerechtsverfahren bei 12 Vätern identische Gutachten angefertigt haben, die dazu führten, dass diese das Sorgerecht für ihre Kinder verloren.

Mehr Informationen zum Thema:

Salzburger Nachrichten: Falsche Gutachten erstellt? Richterin sieht sich unzuständig

diepresse.com: „Psychiatrische Gutachten in Fließbandarbeit“

ARD: Viel Geld für viel Leid – Wie Gerichtsgutachter Familien zerstören

Psycho-Gutachter im Kreuzfeuer der Kritik

Urteil: Begleitperson oder Tonaufzeichnungen bei psychologischer Begutachtung gestattet

Wie mittels forensisch-psychiatrischer Gutachten der Rechtsstaat untergraben wird

Auf einer Veranstaltung der Humanistischen Union in Marburg berichtet der Rechtsanwalt Tronje Döhmer, wie durch forensisch-psychiatrischen Gutachten der Rechtsstaat untergraben wird. Solche Gutachten dienten nicht der Wahrheitsfindung, sondern der Diskriminierung:

Die Manipulation am Faktum, nicht nur mit Hilfe von Gutachten, ergebnisorientierter Auswahl von Sachverständiger, ist eine der beliebtesten Sportarten der deutschen Richterschaft, die vor allem praktiziert wird, wenn der Zunft die Nase, die Herkunft, die Rasse, die Hautfarbe, die Sprache usw. sowie vor allem die politische Gesinnung des einen oder anderen Prozessbeteiligten nicht passt.

Döhmer bestätigt, was die Psychiaterin Hanna Ziegert im August 2013 bei Beckmann über die Auswahl von Sachverständigen an deutschen Gerichten gesagt hat:

Personen, die dafür bekannt sind, kritisch zu begutachten oder möglicherweise in den Verdacht geraten könnten, wissenschaftliche Standards einzuhalten, die werden dann oft garnicht zu Sachverständigen bestellt, weil das könnte zu unerwünschten Ergebnissen führen.

In Richterkreisen würden Listen mit willfährigen Gutachtern kursieren, mit Hilfe derer die Richter diejenigen Gutachter auswählen würden, die dann zum gewünschten Ergebnis kommen.

Mehr Informationen zum Thema:

Gutachten des Wahnsinns

Psycho-Gutachter im Kreuzfeuer der Kritik

Im Bermuda-Dreieck zwischen Justiz, Forensik und mangelnden Außenkontakten

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Humanistische Union: Menschenrechtsverletzungen durch psychiatrische Gutachten

Nachdenkseiten: So schottet sich die „Justiz“ gegen öffentliche Kritik ab und errichtet mit Hilfe von Medien eine Mauer des Schweigens

Eva Schwenk über Menschenrechtsverletzungen durch psychiatrische Gutachten

Die Diplom-Psychologin Eva Schenk, Autorin des Buchs Fehldiagnose Rechtsstaat – die ungezählten Psychiatrieopfer, berichtet auf einer Veranstaltung der Humanistischen Union im Marburg über willkürliche psychiatrische Gutachten und fatale psychiatrische Behandlungsmethoden.

Schwenk hatte als Berufsbetreuuerin Insassen der Psychiatrie im Hessischen Alzey betreut. Als sie die zuständige Aufsichtsbehörde auf zahlreiche Menschenrechtsverletzungen in dieser Anstalt hinwies, wurde ihr gekündigt. Nachdem sich kein Journalist für die Geschichte interessierte, hat sie ihr Buch geschrieben.

Im Rahmen des Vortrags zitiert Schwenk auch aus einem Leserbrief eines ärztlichen Direktors einer Psychiatrie an die ARD, der nicht wahrhaben will, welches Bild die Öffentlichkeit über das Personal solcher Einrichtungen hat: In der Psychiatrie arbeitet eine Negativauslese von Sadisten, Gefühllosen, im Grunde seelisch Kranken.

Am einem Fallbeispiel zeigt die Psychologin auf, wie ein Mensch in den Mühlen von Psychiatrie und Justiz zerrieben werden kann. Mittels unwissenschaftlicher Gutachten wird ein Mensch entrechtet. Zweifelhafte Behandlungen mit Neuroleptika erzeugen neurologische Störungen im Gehirn, die vor der Behandlung nicht da waren. Entzugserscheinungen beim Absetzen lassen Psychopharmaka-Konsumenten glauben, ihre angebliche Krankheit sei wieder ausgebrochen.

Mehr Informationen zum Thema:

www.psychiatrieopfer.de

Humanistische Union: Menschenrechtsverletzungen durch psychiatrische Gutachten

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Im Bermuda-Dreieck zwischen Justiz, Forensik und mangelnden Außenkontakten

Gerhard Strate: „Der Fall Mollath“ – Lesung in Stuttgart

Gerhard Strate: Der Fall MollathAm Mittwoch den 25. März 2015 kommt Rechtsanwalt Gerhard Strate nach Stuttgart, um aus seinem Buch „Der Fall Mollath“ zu lesen. Die Veranstaltung findet um 19 Uhr in den Räumlichkeiten des Anwaltsvereins Stuttgart in der Olgastraße 57A statt. Gerhard Strate gilt als einer der renomiertesten Strafverteidiger Deutschlands.

Der Fall des Gustl Mollath hatte letztes Jahr bundesweit für Schlagzeilen gesorgt und den Glaube vieler Bürger in die Justiz erschüttert. Fragwürdige psychiatrische Gutachten sorgten dafür, dass Strates Mandant über 7 Jahre in der forensischen Psychiatrie einsaß. Erst durch öffentlichen Druck wurde ein Wiederaufnahmeverfahren erwirkt, was letztendlich zu Mollaths Freilassung führte.

In einem Interview mit der Neuen Juristischen Wochenschrift sagte Strate über psychiatrische Sachverständige folgendes:

Seit rund 150 Jahren versuchen Nervenheilkundler, den Ursachen psychischer Erkrankungen auf die Spur zu kommen. Das Ergebnis dieser Bemühungen geht gen Null. Stattdessen begnügt sich die heutige Psychiatrie mit Klassifikationssystemen wie dem ICD 10, die im Grunde keine Diagnosen darstellen, sondern die Zuordnung bestimmter Verhaltenssymptome zu bestimmten Krankheitsbildern sind. Mehr nicht. Kein Arzt ist daran gehindert, trotz mangelnder Kenntnis über die eigentlichen Ursachen psychischer Erkrankungen sich um die beschädigte Seele eines Patienten zu bemühen. Schlimm wird es aber, wenn die Psychiatrie, obwohl sie über die Erfassung von Symptomen nicht hinauskommt und im Grunde nichts weiß, als so genannte forensische Psychiatrie über Schuld oder Unschuld, über Freiheit oder Unfreiheit eines Menschen oder gar über vermeintliche Therapien unter Anwendung körperlichen Zwangs (mit-)entscheidet. Die Arbeitsergebnisse der forensischen Psychiatrie erfüllen mehrheitlich nicht ansatzweise die Mindestanforderungen, die man an jedes andere Beweismittel stellen würde, sondern spinnen ihre Opfer in ein dichtes Gewirk aus halbgaren Mutmaßungen und übergriffigen Feststellungen ein. Ältere Damen, die den Kaffeesatz lesen, arbeiten auf gleichem Niveau…

Mehr Informationen zum Thema:

Schweitzer Fachinformation: Gerhard Strate – Der Fall Mollath

Legal Tribune online: Rezension zu Gerhard Strates „Der Fall Mollath“ – Natürlich kein neutrales Buch

Hamburger Abendblatt: Gerhard Strate rechnet mit der Psychiatrie ab

Telepolis: Affäre Mollath

zwangspsychiatrie.de: NJW Interview mit Gerhard Strate

Psycho-Gutachter im Kreuzfeuer der Kritik

Psychiatrie-Mißbrauch oder Modus Operandi?

Gustl Mollath: Wir sind alle von Psychiatrisierung bedroht

Urteil: Begleitperson oder Tonaufzeichnungen bei psychologischer Begutachtung gestattet

RecorderAm 3. Februar 2015 fällte das Oberlandesgericht Hamm ein wichtiges Urteil in Sachen psychologischer Begutachtung. Das Gericht urteilte, dass man zu einer familienpsychologischen oder psychiatrischen Begutachtung durch ein Gericht eine Begleitperson mitnehmen oder das Gespräch aufzeichnen darf.

Im Verfahren ging es um eine behauptete, unsachliche Äußerung der Sachverständigen, die der damalige Proband nicht nachweisen konnte. Die Sachverständige verweigerte die Anwesenheit einer Begleitperson und die Anfertigung einer Tonaufnahme.

Eine eindeutige Rechtslage im Sinne einer gefestigten oder gar höchstrichterlichen Rechtsprechung, die regelt ob jemand bei einer psychologischn oder Begutachtung eine Begleitung durch einen Beistand oder eine Tonaufzeichnung beanspruchen könne, existierte bisher nicht.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass ein medizinisch oder psychologisch zu begutachtender Beteiligter ansonsten keine Möglichkeit hätte, gegenüber „Wahrnehmungsfehlern“ des Sachverständigen effektiven Rechtsschutz zu erlangen. Im Zweifel würde sich der Sachverständige in der Regel darauf berufen, den Hergang des Explorationsgesprächs nach seiner Überzeugung und Erinnerung richtig aufgezeichnet zu haben.

In jüngster Vergangenheit sind Psycho-Gutachter immer wieder öffentlich für ihre fragwürdigen Methoden kritisiert worden. Fälle wie Gustl Mollath, Ulvi Kulaç oder der hessischen Steuerfahnder, die auf Grund eines psychiatrischen Gutachtens kaltgestellt wurden, werfen unangenehme Fragen auf.

Mehr Informationen zum Thema:

Oberlandesgericht Hamm, 14 UF 135/14

Psycho-Gutachter im Kreuzfeuer der Kritik

Frankfurter Allgemeine: Psychiatrische Gutachten – Zwischen Irrsinn und Verbrechen

Salzburger Nachrichten: Falsche Gutachten erstellt? Richterin sieht sich unzuständig

Lexikon der Psychiatriekritik: Psychiatrische Diagnostik – Die Wissenschaft der schieren Mutmaßung

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