Etwas ist faul im Staate Dänemark

Erstellt am 02.02.2014 von Winston Smith

Peter GøtzschePeter Gøtzsche, Direktor des renomierten Nordic Cochrane Center und Autor des Buchs „Deadly Medicines and Organised Crime: How Big Pharma Has Corrupted Health Care“ hat es geschafft, in unserem Nachbarland Dänemark einen veritablen Shitstorm gegen die Psychiatrie loszutreten. In einem Zeitraum von zwei Wochen gab es dort 640 negative Berichte in den Medien zum Thema Psychiatrie. Das sind sage und schreibe durchschnittlich 45 Berichte am Tag!

Gøtzsche bezeichnet die Psychiatrie als den korruptesten Bereich der Medizin. Medikamente seien die dritthäufigste Todesursache in der westlichen Welt nach Herzinfarkt und Krebs. Der Grund dafür sei, daß das Geschäftsmodell der Pharmaindustrie organisierte Krimminalität sei. Aber die Pharmaindustrie würde weit mehr Geld stehlen und mehr Menschen umbringen, als dies die Mafia je könnte.

Olga Runciman meint, dies hätte die Psychiatrie in Dänemark in eine echte Krise gestürzt. Sie fragt sich, ob dadurch in Dänemark ein Wendepunkt erreicht sei, der zu einem Zusammenbruch der Psychiatrie, wie wir sie kennen führen könnte. Auf Facebook schrieb sie dazu folgendes:

collapse of psychiatry in Denmark

Das Faß hat Gøtzsche aufgemacht, als er in einer landesweiten dänischen Tageszeitung einen Artikel mit dem Titel „Psychiatrie auf Abwegen“ veröffentlichte. Darin zerlegt er die 10 populärsten Psychiatrie-Mythen:

  • Mythos 1: Psychische Krankheiten werden durch ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn verursacht
    Den meisten psychiatrischen Patienten wird das erzält. Aber das ist falsch. Psychiater haben keine Ahnung, ob oder wie psychosoziale Ursachen, biochemische Vorgänge, Rezeptoren usw. das verursachen, was sie als psychische Krankheit bezeichnen. Tatsächlich erzeugen Psychiater aber durch ihre zweifelhaften Behandlungsmethoden Stoffwechselstörungen im Gehirn, die vorher nicht da waren und denen der Körper versucht entgegenzuwirken.
    Das bedeutet, daß es einem zunächst schlechter geht, wenn man versucht, die Psychopharmaka abzusetzen. Einem Alkoholiker geht es zunächst auch schlechter, wenn er aufhört zu trinken. Aber das bedeutet nicht, daß er einen Alkoholmangel hatte, als er anfing zu trinken.
    Ferner schädigen die überwiegende Mehrheit der Psychiater ihre Patienten dadurch, daß sie ihnen erzählen, die Absetzsymtome seien ein Zeichen ihrer Krankheit, weshalb sie weiter Psychopharmaka brauchen würden. Auf diese Weise erzeugen Psychiater auch aus denjenigen Menschen chronische Patienten, die ohne Psychopharmaka besser dran wären. Dies ist einer der Hauptgründe, warum die Zahl der psychisch Kranken steigt, die nicht wieder zurück in den Arbeitsmarkt finden. Das liegt an den Psychopharmaka und nicht an der Krankheit.

  • Mythos 2: Es stellt kein Problem dar, Antidepresiva abzusetzen
    Auch bei Versuchen, bei denen Antidepressiva gegen Panikstörungen und Platzangst eingesetzt wurde, hatten die Probanden Probleme beim Absetzen, obwohl sie langsam ausschlichen. Dies kann nicht daran liegen, daß die Depression zurück kam, denn die Probanden hatten keine Depressionen. Die Absetzsymptome kommen von den Antidepressiva und nicht von der Krankheit.

  • Mythos 3: Psychisch Kranke brauchen ihre Psychopharmaka wie Diabetiker ihr Insulin
    Viele Patienten mit den Diagnosen Depression oder Schizophrenie haben diese Lüge immer und immer wieder im wie ein Mantra im Fernsehen, im Radio oder in Zeitungen gehört. Wenn man einem Diabetiker Insulin verabreicht, dann verabreicht man ihm etwas, was in seinem Körper fehlt – nämlich Insulin. Weil Psychiater nie in der Lage waren, zu zeigen daß Menschen mit psychiatrischen Diagnosen etwas fehlt, was Menschen ohne psychiatrische Diagnosen nicht fehlt, ist dies eine unpassende Analogie.

  • Mythos 4: Durch Psychopharmaka gibt es weniger chronisch psychisch Kranke
    Dies ist wahrscheinlich der schlimmste Mythos von allen. Der amerikanische Wissenschaftsjournalist Robert Whitaker hat in seinem Buch “Anatomy of an Epidemic” überzeugend dargelegt, daß durch steigende Verwendung von Psychopharmaka nicht nur die Patienten in der Rolle des Kranken stecken bleiben, sondern auch viele Probleme, die von alleine verschwinden würden, zu chronischen Krankheiten gemacht werden.
    Wenn am Mythos der Insulin-Analogie irgend etwas dran wäre, dann würden wir erwarten, weniger Patienten zu sehen, die nicht für sich selbst sorgen können. Trotzdem ist das Gegenteil der Fall. Der eindeutigste Beweis hierfür ist gleichzeitig der tragischste, nämlich das Schicksal unserer Kinder, nachdem wir angefangen haben, ihnen Psychopharmaka zu verabreichen.
    In den USA erhalten mehr Psychiater Gelder von der Pharmaindustrie, als Ärzte irgend einer anderen Fachrichtung und diejenigen, die am meisten Geld nehmen, neigen dazu, Kindern am häufigsten Neuroleptika zu verschreiben. Dies läßt den Verdacht aufkommen, daß hier das akademische Urteilsvermögen korrumpiert wurde.
    Die Folgen sind verheerend. Im Jahr 1987, kurz bevor die neueren Antidepresiva (SSRIs oder Glückspillen) auf den Markt kamen, galten nur sehr wenig Kinder in den USA psychisch behindert. Zwanzig Jahre später waren es über 500000. Die Zahl der psychisch Behinderten ist in allen westlichen Ländern angestiegen. Eine der schlimmsten Konsequenzen ist, daß die Behandlung mit ADHS-Medikamenten und Glückspillen bei etwa 10% der Behandelten ein ganz neues Krankheitsbild erzeugt hat – die sogenannte Bipolare Störung, früher bekannt als manisch-depressiv.
    Führende Psychiater haben behauptet, daß es „sehr selten“ vorkomme, daß Patienten, die Antidepressiva nehmen, bipolar werden. Das ist nicht wahr.
    Die Zahl der als bipolar diagnostizierten Kinder hat in den USA um das 35-fache zugenommen, was eine ernsthafte Entwicklung darstellt, da Psychiater dieses Krankheitsbild mit Neuroleptika behandeln. Neuroleptika sind sehr gefährliche Drogen und einer der Hauptgründe, warum Menschen mit der Diagnose Schizophrenie eine um 20 Jahre verkürzte Lebenserwartung haben. Gøtzsche schätzt in seinem Buch „Deadly Medicine and Organized Crime“, daß allein Zyprexa (Olanzapin), nur eines der vielen Präperate, weltweit 200000 Menschen getötet hat.

  • Mythos 5: Glückspillen lösen keine Suizide bei Kindern und Jugendlichen aus
    Manche Professoren sind bereit, einzugestehen daß Glückspillen das Auftreten von suizidalem Verhalten erhöhen, während sie leugnen, daß dies zu mehr Suiziden führ, obwohl der Zusammenhang sehr gut dokumentiert ist. Der geschäftsführende Vorstand von Lundbeck Ulf Wiinberg ging 2011 in einer Radiosendung sogar soweit zu behaupten, Glückspillen würden Suizide bei Kinder und Jugendlichen verringern. Als der verblüffte Reporter ihn dann fragte, warum dann in den Packungsbeilagen entsprechende Warnhinweise enthalten sind, entgegnete er, daß er davon ausgeht, daß diese von den Behörden geändert werden würde!
    Es gab auch Berichte über Suizide von gesunden Personen, die von Glückspillen ausgelöst wurden. Doch Pharmafirmen und Psychiater machen beharrlich die Krankheit dafür verantwortlich, wenn Patienten Selbstmord begehen. Es ist wahr, daß Depressionen das Suizidrisiko erhöhen, aber Glückspillen tun dies noch mehr, zumindest bis zum Alter von etwa 40, wie eine von der amerikanischen Food and Drug Administration durchgeführte, randomisierte Metastudie mit 100000 Patienten ergeben hat.

  • Mythos 6: Glückspillen haben keine Nebenwirkungen
    Gøtzsche kritisierte 2008 bei einer internationalen psychiatrischen Veranstaltung Psychiater dafür, daß sie viele gesunde Menschen auf Depression untersuchen wollten. Die Tests der vorgeschlagenen Vorsorgeuntersuchung sind so dürftig, daß einer von drei gesunden Menschen fälschlicherweise als depressiv diagnostiziert würde. Ein Professor meinte dazu, daß es nichts ausmacht, wenn gesunde Menschen mit Glückspillen behandelt würden, da diese keine Nebenwirkungen hätten!
    Glückspillen haben viele Nebenwirkungen. Sie entfernen sowohl positive, als auch negative Gefühle, was sich Berichten von Patienten zur Folge anfühlen würde, wie unter einer Käseglocke zu leben. Patienten scheren sich weniger um die Konsequenzen ihrer Handlungen, verlieren ihre Empathie gegenüber anderen und können sehr aggressiv werden. Bei Schulmassakern in den USA und anderswo stand eine auffallend hohe Anzahl der Menschen unter Antidepressiva.
    Die Pharmaindustrie erzählt uns, daß nur 5% sexuelle Probleme von Glückspillen bekommen, aber das ist nicht wahr.
    In einer Studie, die dazu entwickelt wurde, dieses Problem zu untersuchen, entwickelten 59% der 1022 Patienten, die zuvor alle ein normales Sexualleben hatten, sexuelle Störungen. Die Symptome beinhalteten verminderte Libido, verzögerter oder kein Orgasmus oder Samenerguß und Erektionsstörung, alle sehr häufig und mit einer niedrigen Toleranz bei 40% der Patienten. Glückspillen sollten deshalb nicht als Mittel gegen Depressionen vermarktet werden, wo der Effekt eher gering ist, sondern als Pillen, die einem das Sexualleben zerstören.

  • Mythos 7: Glückspillen machen nicht süchtig
    Natürlich sind sie es und das ist auch kein Wunder, denn sie sind chemisch ähnlich und wirken wie Amphetamine. Glückspillen sind eine Art Betäubungsmittel auf Rezept. Das blödeste Argument warum Glückspillen nicht abhängig machen sollen ist, daß die Patienten ja keine höheren Dosen bräuchten. Sollten wir also glauben, daß Zigaretten nicht süchtig machen? Die überwiegende Mehrheit der Raucher konsumiert über Jahre die selbe Menge Zigaretten am Tag.

  • Mythos 8: Das Auftreten von Depressionen hat sich stark erhöht
    Bei einer Fernsehsendung argumentierte ein Professor, daß der hohe Konsum von Glückspillen kein Problem darstelle, da ja das Auftreten von Depressionen in den letzen 50 Jahren dramatisch angestiegen wäre. Gøtzsche antwortete ihm, dies sei nicht aussagekräftig, da die Kriterien, diese Diagnose zu stellen in diesem Zeitraum deutlich gesenkt wurden.
    Wenn man Elefanten in Afrika zählen möchte, dann senkt man nicht die Kriterien dafür, was einen Elefanten ausmacht und zählt dann all die Gnus mit.

  • Mythos 9: Es wird nicht zu viel, sondern zu wenig behandelt
    Auch hier leiden die führenden Psychiater komplett unter Realitätsverlust. In einer Umfrage aus dem Jahr 2007 gaven 51% der 108 befragten Psychiater an, daß sie zu viel Medikamente verordnen würden, nur 4% sagten, es wären zu wenig. Von 2001 bis 2003 erhielt 20% der amerikanischen Bevölkerung zwischen 18 und 54 Jahren eine Behandlung wegen emotionaler Probleme und der Verkauf von Glückspillen in Dänemark ist so hoch, daß dort jeder für 6 Jahre seines lebens damit behandelt werden könnte. Das ist krank.

  • Mythos 10: Neuroleptika beugen Gehirnschäden vor
    Manche Professoren sagen, Schizophrenie würde Hirnschäden verursachen und deshalb sei es wichtig, Neuroleptika einzusetzen. Allerdings führen Neuroleptika zu Hirnschrumpfung und dieser Effekt steht in direktem Zusammenhang mit der Dosis und de Dauer der Behandlung. Es gibt andere, gute Beweise dafür, anzunehmen daß Neuroleptika so wenig wie möglich eingesetzt werden sollten und die Patienten auf Dauer so besser dran wären. Tatsächlich könnte jemand komplett darauf verzichten, Neuroleptika bei Patienten mit der Diagnose Schizophrenie einzusetzen, was die Chance gesund zu werden und auch die Lebenserwartung erhöhen würde, weil Neuroleptika viele Patienten töten.

Gøtzsche meint, unsere Bürger wären viel besser dran, wenn wir alle Psychopharmaka vom Markt nehmen würden, weil Ärzte unfähig sind mit ihnen umzugehen. Es wäre unvermeidlich, dass ihre Verfügbarkeit mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

Mehr Informationen zum Thema:

davidhealy.org: Psychiatry Gone Astray

Es behandeln die Falschen: „Psychiatrie in der Irre“ – Professor Gøtzsche

Mad in America: Deadly Medicines and Organised Crime – How Big Pharma Has Corrupted Health Care

DxSummit.org: Far from Rotten in the State of Denmark

Tödliche Medizin und organisierte Krimminalität

Psychiatrie: Die endgültige Bankrotterklärung einer Pseudowissenschaft?

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Kommentar

Die Psychiatrie leistet sich dort noch ganz andere Dinger!

Der Fall Karina Hansen:
http://blog.ufocomes.de/index.php?id=124
http://blog.ufocomes.de/index.php?id=126

Chemische Sensitivität mit Elektroschock heilen?
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20827810
http://www.csn-deutschland.de/blog/2010/09/24/glosse-elektroschock-die-therapie-der-wahl-bei-mcs/

Meinen Glauben an Dänemark als progressives Land habe ich längst verloren. Natürlich will ich damit nicht die Menschen Dänemarks persönlich brandmarken, aber irgend etwas ist eben faul bei denen.

„Wir haben nichts mit dem Parlament zu tun. Wir lehnen es innerlich ab und stehen auch nicht an, dem nach außen hin kräftig Ausdruck zu verleihen. […] Ich bin kein Mitglied des Bundestages. Ich bin ein IdI. Ein IdF. Ein Inhaber der Immunität, ein Inhaber der Freifahrtkarte. (Ein IdI) beschimpft das ‚System‘ und empfängt dafür den Dank der Republik .

Was die Dänen können das können wir DEUTSCHEN erst RECHT !!!

Das ist meine Meinung !

Dieses korrupte Gesindel von Pharmaindustriellen und deren Gefolgsleute macht nicht nur einzelne Patienten, sondern langfristig ganze Völker kaputt und bereichert sich dabei
in schamloser Art und Weise.

Es gibt aber einen der hört mit und lenkt die Geschicke von allen.

Nur mal abwarten was da noch alles kommt !

Was mich anbetrifft so prophezeihe ich bis auf Weiteres den Weltuntergang der Psychopharmaka !!!

@BrunO:

Es ist was faul in Dänemark. Aber nicht nur dort. Die Psychiatrie ist weltweit wie ein bösartiges Krebsgeschwür in die Gesellschaft gewuchert.

Und ja: Zwischen Selbstbild und Realität herrscht bei den Dänen wohl ein gewisse Diskrepanz. Daß nur einzelne aufstehen, um die Welt zu verändern ist aber kein dänisches Phänomen. Im Psycho-Jargon ist sowas als Bystander-Effekt bekannt.

Es waren nie die Massen, sondern immer nur ein paar wenige, die die Weltgeschichte maßgeblich beeinflusst haben.

Im vorliegenden Fall sieht man ja auch sehr schön, wie ein Einzelner durchaus dazu in der Lage sein kann, ein System wie die Psychiatrie ins Wanken zu bringen. Gøtzsche hilft dabei natürlich seine Reputation enorm.

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