Ulvi Kulaç: Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe

Kassel, 13.12.2016. Auf einer Pressekonferenz forderten die Anwälte von Ulvi Kulaç Schadensersatz und Schmerzensgeld in Millionenhöhe. Unter anderem soll der Freistaat Bayern im Rahmen der Amtshaftung, sowie der umstrittne Psychiater Hans-Ludwig Kröber für seine fragwürdigen Gutachten belangt werden. Kröber war auch im Fall Mollath tätig.

Kulaç saß über 13 Jahre für den Mord an Peggy Knobloch in der Psychiatrie Bayreuth ein, bis er im Sommer 2014 im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens freigesprochen wurde.

Mehr Informationen zum Thema:

TVO: Fall Peggy: Ulvi Kulac will Schadenersatz fordern

N24: Freigesprochener Ulvi K. fordert Millionen vom Freistaat Bayern

BR: Klage im Fall Peggy – Ulvi Kulac will Millionen vom Freistaat

Kassel Live: Kasseler Anwältin vertritt Ulvi K.

HNA: Fall Peggy: Ulvi K. will mit Kasseler Anwältin um Schadensersatz klagen

Opposition24: Bayern-Justiz unter Druck – Ulvi Kulac fordert Schadenersatz in Millionenhöhe

Bitterlemmer: Wiederaufnahme im Fall #Peggy: Gutachter Kröber in der Zwickmühle

Als wahnsinnig abgestempelt – Wie unbequeme Kläger mit fragwürdigen Gutachten mundtot gemacht werden

Report Mainz berichtet von zahlreichen Fällen, bei denen ein berüchtigter Psychiater zweifelfafte Gutachten erstellt und damit Menschen im Rahmen von Gerichtsgutachten als Querulanten diskreditiert hat. Verschiedene Experten berichten über die dubiosen Praktiken psychiatrischer Gutachter. Die Politik schweigt dazu.

Mehr Informationen zum Thema:

Report Mainz: Als wahnsinnig abgestempelt

Urteil: Begleitperson oder Tonaufzeichnungen bei psychologischer Begutachtung gestattet

Eva Schwenk über Menschenrechtsverletzungen durch psychiatrische Gutachten

In der Gutachterfalle

Radio Dreyeckland: ‚VielFalter‘ – Magazin gegen Monokultur und für Inklusion 26.05.2016

Der Fall Mollath und andere: staatlicher Mißbrauch der Psychiatrie in Deutschland. Steckt dahinter System?

Psychiatrische Diagnosehandbücher, die immer dicker werden, inflationäre Verwendung von psychiatrischen Diagnosen, zweifelhafte Gutachten und Zwangspsychiatrisierung. In den letzten Jahren wurden immer wieder Fälle wie z.B. die von Gustl Mollath oder den hessischen Steuerfahndern bekannt. Steckt dahinter ein System? Darüber redet Michael Vogt von Quer-Denken.tv mit Dr. med. Friedrich Weinberger von der Gesellschaft für Ethik in der Psychiatrie e.V.

Mehr Informationen zum Thema:

Quer-Denken.tv: Der Fall Mollath und andere: staatlicher Mißbrauch der Psychiatrie in Deutschland. Steckt dahinter System?

GEP – Walter-von-Baeyer-Gesellschaft für Ethik in der Psychiatrie e.V.

Politische Psychiatrie in Deutschland

Die dunklen Seiten von Justiz und Psychiatrie

Psychiatrie-Mißbrauch oder Modus Operandi?

Politische Psychiatrie in Deutschland

Schon seit geraumer Zeit wird die deutsche Psychiatrie nicht nur von Menschenrechtsaktivisten, sondern auch auf der internationalen, politischen Bühne mißtrauisch beäugt. So erklärte der Sonderberichterstatter über Folter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Juan E Méndez, in der 22. Sitzung des „Human Rights Council“ am 4. März 2013 Zwangsbehandlung in der Psychiatrie zu Folter, bzw. grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung. Er forderte, dass alle Staaten ein absolutes Verbot aller medizinischen nicht einvernehmlichen bzw. Zwangsbehandlungen verhängen sollten, einschließlich nicht-einvernehmlicher Psychochirurgie, Elektroschocks und Verabreichung bewusstseinsverändernder Drogen, sowohl in lang- wie kurzfristiger Anwendung. Die Verpflichtung, erzwungene psychiatrische Behandlung zu beenden, wäre sofort zu verwirklichen. Am 27.3.2015 wurde Rolf Schmachtenberg vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales vor einem UN-Komitee mit Foltervorwürfen in psychiatrischen Einrichtungen der BRD konfrontiert, die er doch ve­he­ment bestritt.

Jetzt gab der Psychiater Dr. Friedrich Weinberger von der Walter-von-Baeyer-Gesellschaft für Ethik in der Psychiatrie (GEP) dem deutschsprachigen Ableger des Russischen Staatssenders Russia Today ein Interview zum Thema politische Psychiatrie in Deutschland. Als konkrete Fallbeispiele nennt Weinberger unter anderem die bundesweit bekannt gewordenen Fälle Gustl Mollath, der, nachdem er Schwarzgeldgeschäfte, in der auch seine damalige Ehefrau verwickelt war, angezeigt hatte und drauf hin über 7 Jahre in der Psychiatrie verschwand, sowie die Affäre um die Hessischen Steuerfahnder um Rudolf Schmenger, die für den Geschmack einiger deutschen Machthaber etwas zu gründlich ermittelten und deswegen per psychiatrischer Begutachtung vorzeitig in Rente geschickt wurden.

Warum es so gut funktioniert, unbequeme Menschen mit Hilfe der Psychiatrie mudtod zu machen, erklärt Weinberger:

Das ist offen­sichtlich der Grund für den Mißbrauch der Heilkunde, dass Machthaber unter­schied­lich­ster Fär­bung auf unterschiedlichsten Ebenen sie allzu gern gebrauchen und wei­terhin ge­brauchen wol­len, um Oppositionelle, ggf. ganze Gruppen, ganze Lager, die das Sy­stem hinter­fra­gen, zu „erle­di­gen“, sie in leichten Fällen damit (etwa unter der Dia­gnose „Ver­schwö­rungstheoretiker“) zu diskreditieren, in „schwereren“, sie ganz aus dem Ver­kehr zu zie­hen, wo­bei sie ihre Hände noch in Unschuld waschen. Ärzte, Psy­cho­logen, „Sach­ver­ständige“ über­nehmen für sie ja die Drecksarbeit und versehen diese gar noch mit inter­na­tio­nal- „wissenschaftlichen“ Gütesiegel.

Doch auch die Psychiatriekritik ist nicht davor gefeit, politisch instrumentalisiert zu werden. Dazu schreibt Weinberger auf der Internetseite der GEP folgendes:

Unsere Vereinigung, Teil da­mals einer aus „ähnlichen“ Gruppierun­gen in ver­schie­denen Ländern beste­hen­den Asso­zia­tion, der IAPUP, war an ihm voll beteiligt. Mit der Zeit merkten wir jedoch, daß diese ande­ren Grup­­­pen auch von uns abweichende Ziele verfolg­ten und ihnen trübes Geld zuging. In die­sem Kreis, der dann ganz auf (amerikanisch-freud-marxistische) „Reform“ umschwenkte, hör­ten wir 1991, daß die Smith-Richard­­­son-Foun­da­tion, eine der Haupt-Geldquellen – unsere deut­sche Ver­­eini­gung war of­fen­sicht­­lich die ein­zige, die sich über die Jahre al­lein aus Mit­glieds­beiträgen nähr­te -, das Wort „Psy­chia­triemiß­brauch“ nicht mehr hören wolle. Laut Wikipedia un­ter­stützt die Foun­dation vor allem kon­ser­vative US-Po­l­itik! Wir ver­ließen IAPUP rasch. Außer von uns war der sowjeti­sche Psycho-Miß­brauch hier­zuland nur von der FAZ ver­merkt worden. Jetzt aber – die Sowjetunion war 1991 in Auf­lösung, das Hauptziel der Geldgeber wohl er­reicht – tauch­­te be­sag­­tes Wort auch in der FAZ nie mehr auf, auch in Zusammenhang mit der DDR oder jetzt mit Mollath, Schmenger u.a. nie mehr. West­lichen Machthabern, die das Fach, wie sich bald zeigte, ähn­lich miß­brau­chen wie seinerzeit Chrusch­tschow & Co., wollte wohl auch die FAZ das Spiel nicht verderben.

Mehr Informationen zum Thema:

RT: Als verrückt abgestempelt – Psychiatriemissbrauch als Waffe

Psychiatrie und Ethik: Interview am 15.1.2016 bei RT Deutsch zum Psychiatriemißbrauch

Wikipedia: Politischer Missbrauch der Psychiatrie

BRD-Abgesandter leugnet vor UN-Komitee Folter

Psychiatrie-Mißbrauch oder Modus Operandi?

Psycho-Gutachter im Kreuzfeuer der Kritik

Peter Gøtzsche: Vortrag zu Übermedikalisierung und Überdosierung

Am 11. Februar 2015 hielt Peter Gøtzsche einen Vortrag zum Thema Überdiagnostizierung und Übermedikalisierung in Melbourne. Gøtzsche arbeitete als Wissenschaftler in der Pharmaindustrie und hat sich so viel Insiderwissen angeeignet. Sein Buch Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität ist absolut lesenswert.

Gleich am Anfang seines Vortrags stellt er klar:

Die meisten Patienten haben von ihrem Psychiater gehört, dass sie unter einem chemischen Ungleichgewicht leiden und dass sie ein Medikament bekommen, dass dieses chemische Ungleichgewicht korrigiert. Das ist falsch. Es konnte noch nie nachgewiesen werden, dass es in Sachen gestörte Hirnfunktionen einen Unterschied zwischen psychiatrischen Patienten und normalen Leuten gibt. Stephen Hyman, der ehemalige Direktor des National Institute of Mental Health und viele andere Leute, die darüber bescheid wissen bestätigen, was diese Medikamente tatsächlich machen: Sie erzeugen tatsächlich das, was man ein chemisches Ungleichgewicht nennen könnte. Das ist der einzige Grund, warum sie eingesetzt werden. Sie erzeugen Störungen in Neurotransmitterfunktionen. Als Reaktion nimmt das Gehirn dann eine Reihe von Anpassungen vor, um dies auszugleichen.

Der Langzeitkonsum von Psychopharmaka erzeugt substantielle und langandauernde Veränderungen in neuralen Funktionen. Dies ist der Hinweis, dass sie ein chemisches Ungleichgeicht erzeugen. Und es gibt tatsächlich Befunde die darauf hinweisen, dass diese Veränderungen langandauernd oder vielleicht sogar dauerhaft sein können. Dies bestätigt fast jede Studie. Es scheint so, dass die meisten Psychopharmaka wahrscheinlich langanhaltende oder bleibende Gehirnschäden erzeugen. Davon hört man nicht allzuviel. Aber dies ist eine traurige Tatsache. Das Gehirn ist ein sehr empfindliches Organ. Und man kann das Gehirn nicht ohne Konsequenzen stören.

Die Tatsache, dass die Zahl der diagnostizierten Fälle von Depression in den letzten Jahren explosionsartig gestiegen ist, führt Gøtzsche darauf zurück, dass die Kriterien für diese Diagnose herabgesetzt wurde. Schuld daran seien vor allem amerikanische Psychiater, die von der Pharmaindustrie finanziert würden. Je mehr Menschen als depressiv bezeichnet werden, desto mehr gibt es zu verdienen. Das klassische Beispiel sei ein Junge, der von einem Mädchen verlassen wird und sich lausig fühlt. Er kann nicht schlafen, er isst nicht viel. Und schon sind die Kriterien für eine Depression erfüllt. Es sei kompletter Unsinn, wie diese Diagnosen von der gegenwärtigen Psychiatrie benutzt würden. Wenn man diese offiziele Art, wie in der Psychiatrie diagnostiziert wird, auf gesunde Menschen anwenden würde, wie es Gøtzsche getan hat, würde niemand ohne mindestens eine psychiatrische Diagnose davonkommen. Gøtzsche nennt nur drei: Manie, ADHS oder Depression. Wir alle hätten mindestens eine dieser Diagnosen. Und wir alle würden für verrückt erklärt.

Die Inflation der psychiatrischen Diagnostik macht Gøtzsche an Hand der Kriterien für Depression, wie sie im Diagnosehandbuch DSM (auch als die Bibel der Psychiatrie bekannt) genannt werden fest: Während im DSM III aus dem Jahre 1980 jemand noch 2 Jahre um den Verlust seines Ehepartners trauern konnte, bevor er die Kriterien für eine Depresion erfüllte, waren es im DSM IV, welches im Jahr 1994 erschien, nurnoch 2 Monate. In der aktuellen Ausgabe, dem DSM V aus dem Jahre 2013 waren es nur noch 2 Wochen. Gøtzsche ist der Meinung, dass Psychiater den Hals nicht voll bekommen können. Er fragt sich warum gewöhnliche Lebensumstände zur psychiatrischen Diagnose erklärt werden sollen. Das sei falsch. Durch Psychopharmaka würden akute Zustände chronifiziert werden. Auf diese Weise würden mehr Konsumenten erzeugt.

Auch an der Wirksamkeint von Psychopharmaka hat Gøtzsche erhebliche Zweifel. Placebokontrollierte Studien der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zeigen, dass über 40% der Probanden bei Depressionen auf Placebo reagierten. Das wird im Jargon Spontanremission genannt. Der französiche Philosph Volaire drückte das mit den Worten aus:

Die Natur heilt, aber der Arzt nimmt das Geld.

Manche Patienten sagen, diese Antidepressiva hätten ihr Leben gerettet. Gøtzsche sagt, sie hätten Glück gehabt, dass sie dadurch nicht gestorben sind, denn tatsächlich würden diese Medikamente bei manchen Menschen dazu führen, dass sie sowohl Suizid als auch Mord begehen. Er glaubt auch nicht, dass Antidepressiva dazu beitragen können, Beziehungen zu retten, denn sie verursachen bei der Hälfte der Konsumenten sexuelle Störungen.

Diese Psychopharmaka machen abhängig. Beim Absetzen können ernsthafte Entzugserscheinungen auftreten. Deshalb sollten sie langsam ausgeschlichen werden. Wenn man Antidepressiva schlagartig absetzt, kann man depressiv werden. Aber das ist keine echte Depression, sondern eine medikamenteninduzierte Entzugsdepression. Doch die meisten Psychiater würden die Entzugserscheinungen als Symptome der Krankheit interpretieren, so Gøtzsche. Deshalb würden sie in manchen Fällen diese Medikamente ihren Patienten lebenslang verschreiben. Das chemische Ungleichgewicht sei ein Schwindel, der von Ärzten dazu benutzt würde, ihre Patienten davon abzuhalten, ihre Medikamente abzusetzen.

Sie sagen sogar, es sei wie einem Diabetiker Insulin zu geben. Sie würden doch nicht aufhören, einem Diabetiker Insulin zu geben, oder? Ein Psychiatrie-Professor fragte mich dies. Und ich antwortete ihm, das sei nicht das selbe. Patienten mit Diabetes haben einen Insulinmangel. Patienten mit einer Depression mangelt es nicht an Antidepressiva. Wenn Sie sich traurig sind und dann Alkohol trinken, um sich besser zu fühlen, ist das nicht, weil Ihr Gehirn einen Alkoholmangel hatte.

Den Arzneimittelbehörden, die für die Zulassung von Medikamenten zuständig sind, traut Gøtzsche ebensowenig. Sie würden eher die Pharmaindustrie, als die Patienten schützen. So hätte die FDA bei einer Studie über Antidepressiva nur die Suizide berücksichtigt, die innerhalb von 24 Stunden nach dem Absetzen des Medikaments aufgetreten sind.

Wenn man einen kalten Entzug von Antidepressiva macht, was am Ende solcher Versuche der Fall ist, erzeugt man dadurch Entzugserscheinungen. Eines dieser Symptome ist extreme Ruhelosigkeit, die als „ich möchte aus meiner Haut springen“ beschrieben werden. Dies treibt die Menschen zu Suizid und Mord.

Viele dieser Suizide würden als etwas anderes deklariert. Dabei würden für solche Versuche Probanden mit einem besonders niedrigen Suizidrisiko ausgewählt. Die Vorgehensweise bei klinischen Versuchen zu Psychopharmaka sei fast immer die selbe:

Man nimmt Patienten, die schon in Behandlung sind, z.B. wegen Depression oder Schizophrenie. Dann hat man eine Absetzphase von ein bis zwei Wochen, wo sie wo sie nichts oder ein Placebo bekommen. Dann randomisiert man. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass man jetzt Schäden in der Placebogruppe einführt, weil sich einige der Entzugserscheinungen nicht in der ersten Woche der Absetzphase zeigen. Diese zeigen sich erst später. Und das kann Depression oder Psychose sein, wenn es sich um ein Antipsychotikum handelt. Und dann sieht das Medikament viel besser aus, als es ist.

Eine Studie des Pharmakonzerns Pfizer, bei dem Probanden 30 Tage nach dem Absetzen beobachtet wurden hatte ergeben, dass das Suizidrisiko durch das Medikament Zoloft um 50% gesteigert wurde. Britische Wissenschaftler, die Zugriff auf Daten hatten, die auch Vorfälle mit einbezogen, die nach mehr als 24 Stunden auftraten, haben sogar ein verdoppeltes Suizidrisiko in allen Altersgruppen festgestellt. Der britische Psychiater David Healy, der sich an einigen Klagen in den USA beteiligte, hatte Zugriff auf unveröffentlichte Daten der Pharmakonzerne. Er berichtete, dass alle großen Firmen, wie GlaxoSmithKline, Eli Lilly und Pfizer Ergebnisse von Studien manipulierten. Wenn jemand im Rahmen einer Studie nach dem Absetzen des Medikaments suizidal wurde, hätten sie diesen Probanden im Nachhinein einfach der Placebogruppe zugeordnet, um so die Statistik zu ihren Gunsten zu verfälschen.

Im Rahmen seines Vortrags zitiert Gøtzsche auch eine australische Psychiaterin, die verschiedene Fälle von Unverträglichkeit von Antidepressiva untersucht hat. Bei diesen forensischen Fällen handelt es sich um Menschen, die auf Grund einer Genmutation das ihnen verabreichte Antidepressivum nicht metabolisieren konnten. Einer 35-jährige Frau, die wegen des Alkoholismus ihres Ehemanns besort war, wurde mit dem Antidepressivum Nortriptylin behandelt. Nach 3 Tagen tötete sie ihre minderjährige Tochter im toxischen Delirium. Ein 18-jähriger Mann, der mit Fluoxetin behandelt wurde, weil seine Schwester nach einem Autounfall ins Koma gefallen war, entwickelte eine Akathisie. 4 Tage, nachdem seine Medikamente zu Ende gegangen waren, tötete er seinen Vater. Ein 35-jähriger Mann, der unter der On-Off-Beziehungen mit der Mutter seines Kindes litt, wurde mit Paroxetin behandelt. 11 Wochen später stach er über 30 mal auf seine Partnerin ein, nachdem er durch das Medikament eine Akathisie entwickelte. Ein 46-jähriger Mann, der ebenfalls unter Paroxetin gesetzt wurde, weil er Angst hatte, nicht genug Geld zu verdienen, um den Lebensunterhalt seiner Familie sichern zu können, entwickelte manische Phasen und Akathisie. 42 Tage später, nachdem seine Dosis vor 20 Tagen erhöht wurde, tötete er seinen Sohn im Delirium.

Über die Behandlung von sogenannten Psychosen mit Neuroleptika berichtet Gøtzsche, was Insidern schon lange bekannt ist: Wissenschaftliche Langzeitstudien bestätigen, dass diejenigen, die ihre Medikamente absetzen, ein besseres Outcome haben, als diejenigen, die sie weiterhin einnehmen. Daraus zieht Gøtzsche den Schluss:

Wir müssen Patienten von diesen Medikamenten weg bekommen und nicht für immer weitermachen. Denn das ist der Hauptgrund, warum wir so viele behinderte Patienten erzeugt haben, nachdem wir anfingen so viele antipsychotischen Medikamente zu verwenden, wie wir es tun. Die heilen überhaupt nichts. Die machen Dinge nur noch schlimmer.

Zum Thema ADHS sagt Gøtzsche folgendes:

Es gibt Giraffen in Afrika. Ich habe sie gesehen. Sie existieren. AHDS existiert nicht wie eine Giraffe. Es ist nur ein Name. Wir haben Kinder, die schwiriger sind als andere, mehr aufgeweckt. Und dann haben wir Leute, die zu ruhig sind. Denken sie an die Körpergröße von Menschen. Wir können nicht alle gleich groß sein. Es gibt einige Leute, die klein sind, manche sind groß. Nehmen wir die Großen und sagen „Wir geben Dir jetzt eine Diagnose. Du hast eine Krankheit. Du brauchst eine Behandlung.“? Das ist genau das, was Leute mit ADHS gemacht haben: Sie haben die Kinder genommen, die nicht in der Mitte sind. Und dann sagen sie Du hast ADHS.

Viele Eltern lieben das, weil es ihnen eine Pseudo-Erklärung gibt. Der kleine Klaus benimmt sich so, weil er ADHS hat. Ok. Das kann man nicht machen, weil das ein Zirkelschluss ist. Es ist eine Tautologie. Man kann nicht erst sagen wir haben ihn! Er verhält sich so. Wir geben diesem Verhalten einen Namen. Jetzt erklärt der Name das Verhalten. Können Sie erkennen, wie dumm das ist? Ich denke schon.

Mehr Informationen zum Thema:

Peter Gøtzsche: Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität – Die Verbrechen der Pharmaindustrie

Etwas ist faul im Staate Dänemark

Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität

Gehirnscans – was uns die bunten Bildchen sagen

NIMH dreht der Psychiatrie den Geldhahn zu

Neuroleptika lassen das Gehirn in kürzester Zeit schrumpfen

In der Gutachterfalle

Eine Horrorvorstellung: Ein psychiatrisches Gutachten wird erstellt. Ergebnis: Man muß für unbestimmte Zeit in eine forensische Klinik. Kann mir nicht passieren? Das dachte auch Ilona Haselbauer. Sie und andere Betroffene berichten über ihre Erfahrungen.

Der Kriminologe Dr Michael Alex untersuchte die Begutachtung in 121 Fällen:

In 85% unserer Fälle lagen die Gutachter mit ihrer Prognose falsch. Wenn ich mir unsere Untersuchung angucke, dann ist der Münzwurf sicherer – der hat immerhin eine fifty-fifty Chance.

Durch fragwürdige Gutachten werden Menschenleben zerstört. Der SWR fragt: Wer kontrolliert die Gutachter? Denn falsche Gutachten seien nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.

Mehr Informationen zum Thema:

SWR: Wenn die Justiz am Ende ist . In der Gutachterfalle

Deutsches Ärzteblatt: Medizinische Gutachten- Nicht selten geben Gerichte Tendenz vor

Wie mittels forensisch-psychiatrischer Gutachten der Rechtsstaat untergraben wird

Psycho-Gutachter im Kreuzfeuer der Kritik

Evidenzbasierte Psychiatrie – ein Oxymoron

Urteil: Begleitperson oder Tonaufzeichnungen bei psychologischer Begutachtung gestattet

« Ältere Einträge |