Als wahnsinnig abgestempelt – Wie unbequeme Kläger mit fragwürdigen Gutachten mundtot gemacht werden

Report Mainz berichtet von zahlreichen Fällen, bei denen ein berüchtigter Psychiater zweifelfafte Gutachten erstellt und damit Menschen im Rahmen von Gerichtsgutachten als Querulanten diskreditiert hat. Verschiedene Experten berichten über die dubiosen Praktiken psychiatrischer Gutachter. Die Politik schweigt dazu.

Mehr Informationen zum Thema:

Report Mainz: Als wahnsinnig abgestempelt

Urteil: Begleitperson oder Tonaufzeichnungen bei psychologischer Begutachtung gestattet

Eva Schwenk über Menschenrechtsverletzungen durch psychiatrische Gutachten

In der Gutachterfalle

Radio Dreyeckland: ‚VielFalter‘ – Magazin gegen Monokultur und für Inklusion 26.05.2016

Vitos Klinik Riedstadt erteilt kritischer Psychologin Besuchsverbot

Eva Schwenk

Die Vitos Klinik im Südhessischen Riedstadt hat der Diplom-Psychologin Eva Schwenk ein Besuchsverbot für einen Insassen erteilt. Ihre Besuche würden aufgrund der bisher getätigten Veröffentlichungen im Internet die öffentliche Sicherheit und Ordnung der Einrichtung gefährden.

Eva Schwenk wurde durch ihr Buch Fehldiagnose Rechtsstaat – Die ungezählten Psychiatrieopfer bekannt, in dem sie zahlreiche Fälle von Menschenrechtsverletzungen in der Psychiatrie öffentlich gemacht hat.

Die Vitos GmbH ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen des Landeswohlfahrtsverbands Hessen (LWV) und betreibt zahlreiche Psychiatrien. Die Einrichtungen der Vitos GmbH sind in letzter Zeit immer wieder wegen Mißhandlungen an Gefangenen in die Schlagzeilen geraten.

Im Sommer 2014 gab es zahlreiche Demonstrationen auf dem Gelände der Vitos Klinik in Gießen.

Die Leitung der Vitos versucht ihrerseits durch Besuchsverbote und Strafanzeigen gegen Rechtsanwälte, Angehörige der Insassen, kritische Psychologen, Vorsorgebevollmächtigte und ehemalige Mitarbeiter zu verhindern, dass etwas über die Zustände in ihren Einrichtungen an die Öffentlichkeit kommt.

Im durch zahlreiche Medienberichte bekannt gewordenn Fall Dennis Stephan drohte die Justiziarin der Vitos GmbH seiner Vorsorgebevollmächtigten Andrea Jakob mit Anzeige wegen Beleidigung, falls sie sich weiterhin zu kritisch äußern würde.

Im Frühjahr 2014 schrieb Peter Chrisian H., ein Insasse der Vitos Klinik Riedstadt an die Redaktion des Echo und berichtete über Mißstände. Die Folge für ihn: Er wurde wie ein Schwerverbrecher in Handschellen von Polizisten in den Gerichtssaal gebracht. Rechtsanwalt Bernhard Schroer sagte dem Echo, er sehe darin einen Racheakt von Vitos, weil sich sein Mandant an die Presse gewandt hatte.

Ebenfalls vor Gericht gezerrt wurde der Rechtsanwalt Dr. Hans-Berndt Ziegler, weil er es wagte, öffentlich zu sagen, dass er der Meinung sei, dass eine seiner Mandantinnen in einer Vitos-Einrichtung in Haina zu lange festgehalten werde.

Auch Hanswerner K., ein langjährige Mitarbeiter im Landeswohlfahrtsverband Hessen wurde wegen Kritik an der Psychiatrie Haina vor Gericht gezerrt. Deren Direktor Rüdiger Müller-Isberner fühlte sich persönlich beleidigt.

Mehr Informationen zum Thema:

Behoerddenstress: Paukenschlag im Lande Hessen – Diplom Psychologin Eva Schwenk bekommt Besuchsverbot in Psychiatrie aufgrund Internet-Veröffentlichungen!

Eva Schwenk: Fehldiagnose Rechtsstaat – die ungezählten Psychiatrieopfer

Echo: Ein folgenreicher Brief aus der Klinik

bloegi: Taszis verurteilt Dr.Ziegler zu Gefängnis

Frankfurter Rundschau: Teufel trifft Frankenstein

Deutsche Direkthilfe: Strafverfahren gegen Dennis Stephan

forensikwhistle: Dr. Rüdiger Müller-Isberner – Wer aufmuckt wird isoliert!

Wenn Rüdiger Müller-Isberner sich beleidigt fühlt

Demonstration gegen Zwangspsychiatrie in Gießen

Psychiatrie-Mißbrauch oder Modus Operandi?

Menschenrechtsverletzungen in der Psychiatrie: Auszeichnung für engagierte Nachwuchsjournalistin

Aktion Mensch erntet Shitstorm wegen Unterstützung fragwürdiger Autismus-Therapie

Wegen der finanziellen Unterstützung einer fragwürdigen Disziplinierungs- und Konditionierungstechnik für Autisten Namens Applied Behavior Analysis (ABA) hat die Lotterie Aktion Mensch einen veritablen Shitstorm geerntet. Auf seinem Blog Quergedachtes rief der Journalist Aleksander Knauerhase am 29. Februar 2016 unter der Überschrift Warum? zum Protest gegen die Aktion Mensch auf:

Im Hilfeschrei sind fast täglich neue Informationen und Quellen/Belege zu ABA und vorallem dem Menschenbild und der Praxis hinzugekommen.

Je mehr ich kämpfe und auf das Unrecht aufmerksam mache umso mehr stellt sich mir eine Frage: Warum ist es so vielen Menschen egal?

Warum ignoriert uns die Aktion Mensch?

Warum müssen wir uns immer wieder dafür rechtfertigen, dass wir ABA bekämpfen?

Eine Bitte an meine Leser: Stellt diese einfache Frage an die Aktion Mensch. Fragt sie: “Warum?”. Bei Twitter, bei Facebook, wo immer Ihr auf die Aktion Mensch trefft. Es kostet Euch nur ein paar Sekunden. Verwendet den Hashtag #FragtWarum um auf diese Aktion aufmerksam zu machen. Ich denke wir alle haben ein Recht darauf zu erfahren warum die Aktion Mensch ABA Projekte fördert und die Bedenken der Autisten dabei schnell mal ignoriert.

Am 13. Februar 2016 hatte Knauerhase in einem Blogpost mit der Überschrift Hilfeschrei seine Kritik an ABA ausführlich begründet. Diesem Aufruf sind zahlreiche Menschen, darunter auch viele, die sich selbst als Autisten bezeichnen, gefolgt. Die Protestierenden sind der Meinung, das Abrichten von Kindern mittels manipulativer Psychotechniken sei unethisch und würde gegen die UN-Behindertenrechtskonvention verstoßen. Die Behindertenrechts-Aktivistin Julia Probst bezeichnet ABA auf Twitter gar als Folter:

Beim Betrachten der Videos zum Thema ABA, die Knauerhase auf seinem Blog listet, wird der fachkundige Zuschauer sofort an die Skinner-Box erinnert. Die Skinner-Box ist eine Versuchsanordnung zur operanten Konditionierung von Versuchstieren, die von dem US-amerikanischen Psychologen Burrhus Frederic Skinner ersonnen wurde. Ein Lehrfilm der Universität Yale zeigt eindrucksvoll wie das funktioniert: Das Verhalten der Versuchstiere wird mittels Bestrafung durch Elektroschocks bzw. Belohnung in Form von Nahrung geformt.

Der Psychiatrie-Professor Hans E. Kehrer, dessen Institute die Aktion Mensch laut Angaben von Knauerhase mit aktuell 249.591 Euro fördert, machte in einem Spiegel-Interview aus dem Jahre 1972 keinen großen Hehl daraus. Die Behandlung von autistischen Kindern hätte

große Ähnlichkeit mit Dressur bei Tieren

Dies spräche nach Kehrers Meinung aber nicht gegen diese Methode.

Mehr Informationen zum Thema:

Quergedachtes: Hilfeschrei

innenwelt: Aktion Mensch fördert ABA

Aktion Mensch: Engagierte Diskussion über ABA

dasfotobus: Warum ich ABA verlassen habe (eine Übersetzung)

Der Spiegel: Psychiatrie – Leere Festung

Motivation und Belohnung

Der Fließbandgutachter

Dass psychologische und psychiatrische Gutachten pseudowissenschaftlicher Humbug sind, ist mittlerweile einer breiten Öffentlichkeit bewusst. Doch ein psychologischer Gutachter, der sich nun in Salzburg vor Gericht wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Falschaussage verantworten muss toppt alles. Egon B. soll im Rahmen von Sorgerechtsverfahren bei 12 Vätern identische Gutachten angefertigt haben, die dazu führten, dass diese das Sorgerecht für ihre Kinder verloren.

Mehr Informationen zum Thema:

Salzburger Nachrichten: Falsche Gutachten erstellt? Richterin sieht sich unzuständig

diepresse.com: „Psychiatrische Gutachten in Fließbandarbeit“

ARD: Viel Geld für viel Leid – Wie Gerichtsgutachter Familien zerstören

Psycho-Gutachter im Kreuzfeuer der Kritik

Urteil: Begleitperson oder Tonaufzeichnungen bei psychologischer Begutachtung gestattet

Eva Schwenk über Menschenrechtsverletzungen durch psychiatrische Gutachten

Die Diplom-Psychologin Eva Schenk, Autorin des Buchs Fehldiagnose Rechtsstaat – die ungezählten Psychiatrieopfer, berichtet auf einer Veranstaltung der Humanistischen Union im Marburg über willkürliche psychiatrische Gutachten und fatale psychiatrische Behandlungsmethoden.

Schwenk hatte als Berufsbetreuuerin Insassen der Psychiatrie im Hessischen Alzey betreut. Als sie die zuständige Aufsichtsbehörde auf zahlreiche Menschenrechtsverletzungen in dieser Anstalt hinwies, wurde ihr gekündigt. Nachdem sich kein Journalist für die Geschichte interessierte, hat sie ihr Buch geschrieben.

Im Rahmen des Vortrags zitiert Schwenk auch aus einem Leserbrief eines ärztlichen Direktors einer Psychiatrie an die ARD, der nicht wahrhaben will, welches Bild die Öffentlichkeit über das Personal solcher Einrichtungen hat: In der Psychiatrie arbeitet eine Negativauslese von Sadisten, Gefühllosen, im Grunde seelisch Kranken.

Am einem Fallbeispiel zeigt die Psychologin auf, wie ein Mensch in den Mühlen von Psychiatrie und Justiz zerrieben werden kann. Mittels unwissenschaftlicher Gutachten wird ein Mensch entrechtet. Zweifelhafte Behandlungen mit Neuroleptika erzeugen neurologische Störungen im Gehirn, die vor der Behandlung nicht da waren. Entzugserscheinungen beim Absetzen lassen Psychopharmaka-Konsumenten glauben, ihre angebliche Krankheit sei wieder ausgebrochen.

Mehr Informationen zum Thema:

www.psychiatrieopfer.de

Humanistische Union: Menschenrechtsverletzungen durch psychiatrische Gutachten

Psycho-Gutachter im Kreuzfeuer der Kritik

Im Bermuda-Dreieck zwischen Justiz, Forensik und mangelnden Außenkontakten

Die Psycho-Masche des Herrn Zobel

Praxis Zobel
Herr Zobel ist Verhaltenstherapeut in Stuttgart Zuffenhausen. Unter anderem beschäftigt er sich mit dem Thema Mobbing. Kollegen werben, dass er sich auch um ungerecht bewertete Schulzeugnisse kümmern würde und dazu Tests zur Ermittlung der schulischen Leistungsfähigkeit hätte. Doch einem Klienten, der zu von einem Kollegen ihm geschickt wurde und den Sinn und Zweck der Konsultation nach eigenen Angaben vorher abgesprochen hatte, erging es seltsam. Der Hilfesuchende wurde im Vorfeld unter dubiosen Umständen mit hirnschädigenden Neuroleptika zwangsbehandelt und war zum fraglichen Zeitpunkt in einem desolaten Zustand.

Anstatt etwa einen Intelligenztest, den er im Regal hatte herauszuholen, legte er dem Klienten einen Psycho-Fragebogen vor. Auf den Hinweis des Klienten, dass dies nicht der richtige Test sei und warum er nicht etwa den Intelligenztest hinten im Regal anwenden würde, kommentierte er mit „das bringt nichts“. Unter anderem war eine der Ankreuz-Fragen, die zu beantworten waren, die danach, ob sich der Proband nicht richtig verstanden fühle. Statt irgendwelche Parameter für intellektuelle Leistungen zu ermitteln, wollte er ihn zu einer Traumatherapie überreden.

Freilich würde dies das Problem, was seinen Klienten belastet nicht lösen, jedoch in vielen Sitzungen Geld in seine Kasse spülen.

Mit den aus zahlreichen wissenschaftlichen Studien bekannten Folgen von Neuroleptika, wie Bewegungsstörungen, Neurodegeneration und Persönlichkeitsveränderungen wollte sich Zobel nicht befassen. Man solle Neuroleptika nicht schlecht reden. Letzendlich bescheinigte er, dass die Neuroleptika trotz dokumentierter Dyskinesien überhaupt keinen Einfluss auf die intellektuellen und sozialen Fähigkeiten des Probanden gehabt hätten.

Ob es seine Absicht war, oder ob er einfach nur die Psycho-Brille auf hatte – im Ergebnis bleibt das übrig, was Vertreter der Psycho-Branche leider allzuoft praktizieren: Durch Vorbeireden ein Problem zu kultivieren, statt zu lösen und den Hilfesuchenden damit noch weiter zu belasten. Die Wut und Verzweiflung, die ein Hilfesuchender dabei empfindet, wird leider nur allzuoft als Symptom der angeblichen psychischen Krankheit gewertet. Der F-Schlüssel, der sich in die Akten prägt, schafft zusätzliche Probleme, die der Hilfesuchende vorher nicht hatte.

Mehr Informationen zum Thema:

Neuroleptika lassen das Gehirn in kürzester Zeit schrumpfen

Psychiatrie-Mißbrauch oder Modus Operandi?

Psychiatriekritik: Psychotherapie – Fakten und Fiktionen

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