Diesmal mit dem Politikwissenschaftler Wolf-Dieter Narr, Mitinitiator des ‘Bündnis gegen Folter in der Psychiatrie’.
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Rechtsanwalt Edmund Schönenberger von Psychex in der Sendung “Fliege” über Psychiatrie als Institution für soziale Kontrolle:
Welches ist die Funktion dieser Psychiatrie? Diese Frage muß man sich stellen. Dann sieht man, wenn man sich heute in dieser Welt nur einmal um sich selber dreht, was ist diese Welt: Ist eine riesige Maschinenfabrik. Damit diese Maschinenfabrik bedient wird, muß eine Drohung im Raum stehen. Wenn Du nicht brav bist, wenn Du nicht funktionierst, dann haben wir einen Ort, wo Dir Hören und Sehen vergeht. Und das ist die psychiatrische Anstalt. Und das ist die Funktion der psychiatrischen Anstalt.
Der amerikanische Psychiater Allen Frances, einer der ehemaligen Autoren des
Katalogs für psychiatrische Störungen DSM, warnt vor den Auswüchsen der Psychiatrie.
Das Feature dokumentiert den weithin vergessenen Skandal des “Ruhigstellens und Wegsperrens” und fragt, inwiefern heute Personalnot, Kostendruck und die Arbeit der Pharmalobby die Errungenschaften der Psychiatriereform zunichte machen.
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Die Psychiatrie sieht sich selbst als wissenschaftliche Disziplin. Doch Kritiker wenden ein, daß ihre Methoden pseudowissenschaftlich seien. Für die Existenz sogenannter “psychische Krankheiten” im medizinisch-biologischen Sinn würden keinerlei objektiven Beweise existieren. Psychiatrische Diagnosen wären subjektive Werturteile, die sich auf Beobachtung des Verhaltens eines Probanden beziehen. Die Psychiatrie kontert mit Gehirnscans – bunten Bildchen, die angeblich biologische Defekte in als “schizophren” diagnostizierten Menschen zeigen sollen. Doch was ist dran an dieser Behauptung?
Gehirnscans wie diese vergleichen Gehirne von als schizophren diagnostizierten Menschen mit Gehirnen von Menschen ohne diese Diagnose. Auf den Bildern ist deutlich zu sehen, daß innerhalb von 5 Jahren bei den als schizophren diagnostizierten Menschen die graue Substanz degeneriert. Das deuten Psychiater dann als Beweis dafür, daß psychiatrische Krankheiten in Form von echten Gehirnkrankheiten existieren.
Was soche Studien jedoch verschweigen: Neuroleptika, die bei der Diagnose Schizophrenie verordneten psychiatrischen Drogen, verursachen selbst Neurodegeneration, wie zahlreiche, wissenschaftliche Studien belegt haben.
Dr. Volkmar Aderhold fasste in einer wissenschaftlichen Abhandlung zum Thema Neuroleptika viele dieser Studien zusammen. Darin stellt er fest, daß es bereits nach 2-8 wöchige Anwendung von Neuroleptika zu so starker Neurodegeneration kommt, daß man diese mittels bildgebenden Verfahren nachweisen kann. Diese Neurodegeneration sei vermutlich kumulativ dosisabhängig und korreliere mit neuropsychologischen Defiziten. In Tierversuchen mit Ratten wurde eine Reduzierung der Dichte der postsynaptischen, dendritischen Nervenendigungen nach 6-monatiger Verabreichung des Neuroleptikums Haloperidol nachgewiesen. Ein Experiment mit Affen zeigte, daß auch neuere, sogenannte atypische Neuroleptika, die weniger stark die gefürchteten Spätdyskinesien verursachen, ebenso zu Hirnschwund führen, wie die klassischen Neuroleptika. Bei Patienten zeigt sich laut Studien unter neuroleptischer Dauermedikation zwischen dem 5. und 9. Jahr des beobachteten Verlaufs eine deutliche Verschlechterung der neurokognitiven Leistungsparamater wie dem verbalen Gedächtnis, der Problemlösefähigkeit, sowie der sprachlichen und motorischen Fähigkeiten.
Dr. Anke Post und ihre Kollegen vom Max Plank Instiutut für Psychiatrie in München erforschten im Rahmen einer Studie, die untersuchen sollte, ob die Gabe von hochdosiertem Vitamin E neuroleptikainduzierten Dyskinesien vorbeugen kann, die molekularbiologischen Mechanismen von neuroleptikainduzierter Neurodegeneration. Dabei stellte sich heraus, daß Neuroleptika (hier Haloperidol) durch Veränderung der Genexpression Apoptose – den programmierten Zelltod – in Gehirnzellen auslösen.
Wenn aber die Schizophrenie, wie die psychiatrische Lehrmeinung behauptet, eine Gehirnerkrankung ist, die sich unter anderem durch Neurodegeneration und Verminderung der kognitiven Fähigkeiten bemerkbar macht, wieso sollte man dann zur Therapie dieser Krankheit Medikamente verabreichen, die erwiesenermaßen genau diese Symptomatik hervorrufen?
Und warum bleiben bei Menschen mit entsprechender Diagnose, die sich einer neuroleptischen Langzeitbehandlung entzogen haben, entsprechende Untersuchungen mittels bildgebender Verfahren und neuropsychologische Tests ohne Befund? Professor Dr. Johannes Schröder von der Universitätsklinik Heidelberg führt dies auf Dissimulation zurück. Die klinische Erfahrung würde zeigen, daß psychisch Kranke die Symptome ihrer Krankheit wegsimulieren.
Unter dessen sind in der Fachwelt erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit von Gehinscans aufgekommen. Craig Bennett von der University of California legte einen toten Lachs in ein fMRT-Gerät. Als er dem toten Tier Aufgaben stellte, zeigte das Gerät Hirnaktivitäten an.